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2016 war schrecklich genug. Zu viele große Künstler sind von uns gegangen, in den letzten Tagen des Jahres wird uns dann auch noch der Tod von den Großen George Michael und Carrie Fisher reingedrückt. Höchste Zeit also, kurz vor Jahresende wieder mal einen Blick auf die Nachwuchstalente zu werfen, die bereits in den Startlöchern scheren, um die Welt auf ihre ganz eigene Art und Weise zu erobern. Erinnern wir uns also daran, dass 2016 nicht nur ein Jahr der Tragödien und Schicksalsschläge waren, sondern auch Gutes zu bieten hatte – wenn auch vielleicht nur im kleinen Rahmen und etwas versteckt. Wie zum Beispiel den Ganz-nah-am-Leben-Blog „Gays and the City“ von Gerry Bradshaw.

Als erstes: Nein, Gerry Bradshaw heißt nicht wirklich Gerry Bradshaw. Es ist ein Synonym, unter dem der 23-Jährige (Niederösterreicher? Steirer? Burgenländer? Tiroler? Er will’s einfach nicht sagen!) auf seinem Blog “Gays and the City” über sein (schwules) Leben in Wien schreibt. Das einzige, was wir von Gerry wissen, ist, dass er vor mehr als vier Jahren „aus einer Kleinstadt nach Wien“ zog, wie er erzählt, um dort Theater-, Film- und Medienwissenschaft zu studieren. Eigentlich wegen seiner Begeisterung für Film (been there, buddy!), im Laufe der Zeit sei er aber komplett in der Theaterwissenschaft aufgegangen (haven’t been there, buddy!), und die Medienwissenschaft habe es ihm mittlerweile auch ganz besonders angetan (been there….ach, egal).

Dass Gerry Bradshaw nicht mehr über sich verraten will, ist nachvollziehbar. Schließlich offenbar er auf seinem Blog kompromisslos seine Seele, öffnet sein Herz und manchmal auch seine Hose, denn in seinen Beiträgen geht es nicht nur um das Finden der großen Liebe, den Stellenwert des Smartphones in einer Beziehung oder wie es ist, im Flugzeug angeflirtet zu werden (der Gute hat anscheinend ein recht aufregendes Leben!), er erzählt auch offen und ohne sich ein Blatt vor dem Mund zu nehmen von seinem ersten Sex und sonstigen Abenteuern im Bett. Aber egal, welchem zwischenmenschlichen Aspekt sich Gerry annimmt: Er tut dies angenehm unangestrengt, unterhaltsam und vor allem authentisch. Dass seine Beiträge von ansprechenden (Wien-)Fotos begleitet werden, ist da natürlich ebenfalls kein Nachteil.

„Gays and the City“ ist natürlich, man mag es erahnen, von der Kult-Auch-das-ist-Feminismus-Serie „Sex and the City“ inspiriert. „Schon während dem ersten Schauen habe ich mich gefragt, ob es nicht möglich wäre, eigene Dating-Erfahrungen in ähnlicher Weise schriftlich auszuarbeiten“, erzählt Gerry über die Motivation, einen eigenen Blog zu starten. „In meinem Hinterkopf waren dementsprechend immer schon ein paar Ideen, was ich zu Papier bringen könnte.“ Klar, eine Carrie ist der Gerry noch nicht. Aber mit ein bisschen Übung und noch mehr Lebenserfahrung könnte das durchaus was werden. Bis dahin haben wir Spaß, ihn bei seinen Twentysomethings-Abenteuer zu begleiten und uns daran zu erinnern, wie es war, selbst mal jung gewesen zu sein. Okay, vielleicht hat Gerrys Blog ja doch nicht nur Vorteile.

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Den ganzen Artikel (plus „Haaaave you met….“-Fragebogen!) findest du hier. Viel Spaß!

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