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Es gibt Serien, die werden von Beginn an chronisch unterschätzt. Immer schon, seit der Pilotfolge. „Charmed“ zum Beispiel gilt als kitschige, harmlose Unterhaltung mit schlechten Drehbüchern und noch schlechteren Special Effects – wie mutig die Serie aber eigentlich war (zwei Babys als Story-Mittelpunkt?!), wie viel sie richtig gemacht hat (das Ausscheiden einer der ohnehin nur drei Hauptfiguren hat die Serie beinahe unbeschadet überstanden) und wie simpel-genial eigentlich das Grundkonzept war (Schwestern, die zufällig Hexen sind – und nicht Hexen, die zufällig Schwestern sind), das sieht irgendwie keiner so richtig. „Nashville“ wird als noch kitschigere Soap Opera abgetan, von den musikalischen Einlagen redet aber niemand. Und wenn man von „How I met your mother“ spricht, denkt jeder nur noch an das zugegeben verkorkste Finale – dass die Comedy aber zu den klügsten und durchdachtesten Serien der letzten Jahre gehört, daran mag sich keiner mehr erinnern. Weil die Welt unfair ist.

Die Märchen-Fantasy-Serie „Once upon a time“ (oder, kurz und knackig: OUAT) reiht sich hier leider ebenso problemlos ein. Das ist schade. Wirken manche Special Effects billig? Ja, klar. Wurde die Story im Laufe der Jahre zu verworren? Ja, manchmal, kann sein. Sind die Drehbücher manchmal arg nach der einfachsten Lösung in den letzten 10 Minuten ausgelegt, sodass das ganze Abenteuer, das wir zuvor mit unseren Helden erlebt haben, wirklich ärgerlich anti-klimaktisch wird? Ja, auch das gebe ich zu. Und ist Jared S. Gimore alias Henry der wohl schlechteste Kinderschauspieler, den die Welt je gesehen hat? Oh ja, absolut, I hear ya. Trotzdem sollte man den (ehemaligen) ABC-Hit rund um Ginnifer Goodwin, Jennifer Morrison und Lana Parrilla nicht unterschätzen. Weil OUAT verdammt viel richtig macht. Und eine Faszination in sich trägt, die vielleicht erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Erst dann, wenn man sich näher mit der Serie auseinandersetzt, mit all ihren Details, Nuancen und kreativen Einfällen, die auch im bald beginnenden sechsten Jahr immer noch vorherrschend sind.

Um also all jenen, die immer wieder versuchen, ihren Freunden zu erklären, dass es NICHT peinlich ist, Woche für Woche gebannt den Abenteuern von Schneewitchen, Rumpelstilzchen und Captain Hook zu folgen, unter die Arme zu greifen, habe ich folgend versucht, in fünf Punkten eine halbwegs umfassende Analyse von OUAT zu erstellen. Ein Plädoyer dafür, dass man für Märchen nie zu alt ist.

Den gesamten Artikel (plus viele Fotos) findest Du hier – viel Spaß!

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