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Hollywood liebt die „guten alten Zeiten“. Hollywood liebt Recycling. Hollywood liebt Sperrmüll (quasi). Und Hollywood liebt vor allem sich selbst. Weshalb seit geraumer Zeit der Trend in der Traumfabrik vorherrscht, aus Altes Neues zu machen – und dabei auch noch medienübergreifend zu agieren. Immer mehr (klassische) Kinohits werden als TV-Serien verwurstelt – vielleicht auch deshalb, weil auch die altmodischsten Hollywood-Produzenten endlich verstanden haben, dass TV das neue Kino ist – spätestens seit „Breaking Bad“ und „Mad Men“ müssten wir das alle wissen.

Insgesamt haben heuer die großen US-amerikanischen Networks CBS, ABC, NBC und Fox sage und schreibe 18 neue Serienadaptionen bekannter Kinofilme bestellt. Zählt man jene Adaptionen dazu, die sich bereits in Produktion befinden, kommt man auf die stolze Zahl von 40! Aber auch sonst setzt man in Hollywood zurzeit auf bekannte Stoffe – sowohl im TV- als auch Kinogenre: Zum einen ist man nach dem Erfolg von „Cinderella“ ganz wild auf Live-Action-Remakes von Disney-Klassikern – weshalb man bald „The Beauty and the Beast“ und sogar „Arielle“ in Fleisch und Blut bewundern darf. Oder 80er- und 90er-Serienhits werden in frischem Gewand wieder neu aufgelegt – zum Beispiel „The A-Team“, „McGyver“ oder „Hart aber Herzlich“ (mit einem schwulen Pärchen!). Manchmal gehts auch den umgekehrten Weg, wenn auch selten: Die Kult-Kinderserien „My Little Pony“ und „Power Rangers“ sollen die nächste Generation an Kinogehern in ihren Bann ziehen.

Klar, überraschend ist der Recycling-Trend nicht: Wir befinden uns im Golden Age der TV-Serien, pro Saison starten rund 400 (!) neue Formate. Böse Zungen behaupten zwar, den Machern würden die Ideen ausgehen – wer aber an (neue) Formate wie „Scream Queens“, „Penny Dreadful“ , „Hand of God“ oder auf Kino-Seite an so Innovatives wie „Birdman“, „Drive“ oder „Red Silver Lining“ denkt, der weiß: Nein, Potenzial und Kreativität für Neues ist in Hollywood nach wie vor vorhanden. Vielmehr liegen die Gründe für die aktuelle Altstoffverwertung ganz woanders – nämlich, klar, beim lieben Geld. Dank Netflix, Hulu, Amazon und Co., aber auch dank den Pay-TV-Sendern Showtime, HBO und FX geraten die klassischen Sender immer mehr unter Erfolgsdruck. Bei dieser Masse an serieller Ware ist es heutzutage so gut wie unmöglich, Formaten Zeit zu geben, sich zu etablieren, wie man es noch vor einigen Jahren getan hat. Überzeugt eine Serie quotentechnisch nicht schon in den ersten zwei bis drei Wochen, wird sie gnadenlos abgesetzt – und durch eine neue Produktion ersetzt, denn Mangel an neuer Ware besteht ja nicht.

Ein immer Mehr an Serien bedeutet aber auch: ein immer Mehr an Kosten. Auch dank der steigenden Qualität der Serien wird es selbst in den großen Hollywood-Kassen manchmal eng. Fast verständlich, dass die Produzenten auf Nummer Sicher gehen wollen und auf Stoffe zurückgreifen, die bereits ihr Publikum gefunden haben. „Minority Report“, „Lethal Weapon“ oder „Eine verhängnisvolle Affäre“ waren schon vor Jahren ein Hit – wieso nicht auch jetzt wieder als Serienversion?!

Streng genommen ist das aber kein ganz neues Phänomen. Man denke an „Buffy The Vampire Slayer“, dessen TV-Adaption die Popularität des Original-Kinofilms weit übertroffen hat, oder auch an Robert Altmans 1970er-Klassiker “M*A*S*H”, der gar als Vorbild für insgesamt drei Fernsehserien herhalten musste („M*A*S*H“, „AfterMASH“ und „Trapper John, M.D.“). Von den unzähligen Samstag-Morgen-Cartoons, die erfolgreiche Kinofilme für ein jüngeres Publikum adaptierten, will ich ja gar nicht anfangen.

Ich hab mal versucht, eine Übersicht all der recycelten Hollywood-Kinostoffe zusammenzustellen, die in den kommenden Monaten oder Jahren als TV-Version auf uns zukommen – oder die bereits am Markt sind (oder auch waren). Vollständig ist das Ganze sicher nicht – denn an der derzeitigen Serienflut droht sogar ein Profi-Serienschwimmer wie ich zu ertrinken ….

Den ganzen Artikel (plus Fotos) gibt’s hier. Viel Spaß!

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