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Es ist schon einige Monate her, dass ich einen vielversprechenden Jungstar aus Österreich hier vorgestellt habe. Ich dachte schon, Österreich und Talent, das passt vielleicht nicht mehr zusammen. Alle KünstlerInnen, die sich dem “New Shit”-Fragebogen bereits gestellt haben, steigen konsequent die Karriereleiter bergauf und beweisen, dass wir uns noch auf Großes freuen dürfen. Aber neue Talente? Da hab ich eher Flaute gesehen und ich war enttäuscht. Österreich, was ist los? Überträgt sich die Politik-Misere etwa auch auf die Kunst? Ich war verzweifelt. Ich wollte heulen. Ich wollte das Land verlassen. Bis ich auf Richard Panzenböck stieß.

„Er ist kreativ und mutig!“, „Kein 08/15-Schauspieler!“ Wenn man sich unter den Kollegen und  Kolleginnen von Richard Panzenböck umhört, ahnt man tatsächlich recht schnell, dass man es hier mit  einem Ausnahmetalent zu tun hat. Der 25-Jährige Wiener scheut sich nicht, ungewöhnliche Wege zu  beschreiten und auch mal auf die Nase zu fallen: Er kennt seine Stärken genauso wie seine Schwächen –  und genau das macht ihn zu einem Künstler, auf den man in den kommenden Monaten ein Auge werfen  sollte. Was Panzenböck macht, das macht er richtig und mit Leidenschaft. Das macht er mit Herz und  Überzeugung. Das merkt man. Bei jedem einzelnen Spiel, bei jeder neuen Idee. Sei es, wenn er Puppen  für Erwachsene interessant macht und dabei die alte Kunst des Varieté wieder auferstehen lässt  (gemeinsam mit “Haaaave you met”-StarletFranziska Singer) oder eine Figur aus Papier formt, live vor  Publikum, und dabei nicht nur unterhalten, sondern auch an das umweltbewusste Gewissen der  Zuschauer appellieren möchte. Konzept und Idee stammen übrigens von Panzenböck selbst – weil ein  Überschuss an Kreativität schließlich irgendwie abgebaut werden muss.

Es ist erfrischend zu sehen, wenn Jungstars sich nicht dem Mainstream-Einheitsbrei (wobei ich betonen  will:  Auch Mainstream ist große Kunst!) verschreiben, sondern neue, innovative, auch eigenwillige Wege  beschreiten und dabei Mut und Willenskraft zeigen. Weshalb an dieser Stelle bei Panzenböck  ausnahmsweise auf den typischen “New Shit”-Fragebogen verzichtet wurde. Lassen wir ihn doch einfach erzählen, über sein Leben, seine Kunst, seine Weltanschauung. Und da gibt es genug zu Erzählen. Sogar über Helene Fischer.

Das gesamte Interview (inkl. vieler Fotos) lest Ihr hier. Viel Spaß!

(c) Isabell Schatz (4)

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