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Heute startete endlich „Magic Mike XXL“ in den österreichischen Kinos, immerhin feuchter Traum in Leinwandgröße und eigentlich sowas wie „Showgirls“ des neuen Jahrtausends, nur halt mit Schwänzen statt Titten, mit Sixpacks statt wohlgeformten Hüften, dafür aber mit, das darf man schon sagen, ähnlicher dünner Story und schwachen Dialogen. Aber jo mei, auch Pornos schauen wir uns schließlich nicht an, weil wir das Drehbuch toll finden. Also alles schon okay und legitim und so.

Der Vergleich mit „Showgirls“ zeigt aber auch, wie sehr sich die Zeit und die Gesellschaft im Zeitraum von Ausziehen-von-Elisabeth-Berkely zu Ausziehen-von-Channing-Tatum geändert haben. Damals, im vergangenen Jahrhundert, da zielte man noch auf ein notstandiges, heterosexuelles männliches Publikum ab. Heute will man die notstandigen, heterosexuellen weiblichen Kinogeher erreichen – und das notstandige, schwule Publikum. Das Objekt des Begehrens, der erotisierende Blick ist nicht mehr auf die Frau, sondern auf den Mann gerichtet. Männer werden zu Sexobjekten gemacht, die der Lust des weiblichen Individuums schamlos unterworfen werden. Und alle sind happy dabei.

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Das ist vielleicht nichts gänzlich Neues, vollzieht sich dieser Trend besonders im TV doch schon seit einigen Jahren – genau genommen seit dem Zeitpunkt, als Hollywood die weibliche Heldin entdeckte: Nun ist es die Frau, die dem knackigen Gärtner lüsterne Blicke zuwirft („Desperate Housewives“), der weibliche Macho, der sich nimmt, was er will („Sex and the City“), der unschuldig-naive und stets halbnackte Weltverbesserer, der von der Femme Fatale übers Ohr gehauen wird („Revenge“), der immer potente Jungarzt, der im Bereitschaftsraum vernascht wird („Grey’s Anatomy“) oder – okay, das liegt schon länger zurück – der halbnackte Held, der aus den Fängen des Bösen von der starken Heldin gerettet wird („Buffy“). Man hat entdeckt, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer sexy Körper haben und dass sie sich wohl fühlen, eben diesen dem abtasteten und detailgetreuen Blick der Kamera auszusetzen.

Das bringt natürlich so einige Veränderungen mit sich – nicht nur im handwerklichen Bereich (Storytelling, etc.), sondern auch im gesellschaftlichen und marketingtechnischen Kontext. Sieht man nämlich genauer hin (und das machen wir bei diesem Thema doch gerne), merkt man schnell, dass es bei der Stripper-Gschicht um den Magischen Michl bzw. den Kult um diesen Soft Porno-Streifen um so viel mehr geht als bloß um nackte Haut und das Erfüllen von Fantasien. Und gleichzeitig geht es um genau das. Sexualität ist niemals privat, sondern immer politisch, hieß es in den 1970er-Jahren im Rahmen der Gay Rights-Movement. Und selten stimmte dies so sehr wie heute, „Magic Mike“ sei Dank.

Den gesamten Artikel (plus zahlreiche sexy Fotos) findest Du hier. Viel Spaß!

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