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Joseph Gordon-Levitt ist bekannt dafür, unkonventionelle Lovestorys zu erzählen. In „500 Days of Summer“ geht’s um eine bittersüße Trennung eines jungen Pärchens, die rückwärts erzählt wird. In „Don Jon“, der aktuell auf DVD erhältlich ist, sehen wir einen gepimpten Gordon-Levitt, der sich plötzlich, als er seine Traumfrau trifft, einer schweren Entscheidung gegenübersteht: Pornos oder Liebe?

Darum geht‘s

Der Italo-Amerikaner Jon (Gordon-Levitt) sieht aus, als wäre er direkt aus der Proll-Show „Jersey Shore“ entsprungen: Muckis, Solarium, Mädels, seine Bros, seine Familie und auch seine Kirche sind sein Leben. Und seine Pornos. Auch wenn Jon, der Hengst, alle Frauen haben könnte (und auch hat), kann er nicht von seinen Online-Pornos lassen. Nur hier findet er Entspannung. Nur diese Welt, die nur einen Mausklick entfernt ist, ist für ihn die reale. Dann lernt er aber die sexy Barbara (Stereotypen-Besetzung: Scarlett Johansson) kennen, und erstmals kommen bei ihm wirklich Gefühle auf. Auch sie hegt großes Interesse an Jon – bis sie ihm bei einer nächtlichen Session mit seinen Pornos erwischt. Was ihr gar nicht passt. Was also tun? Und dann gibt es da noch die aufgeschlossene, aber viel ältere Uni-Kollegin Esther (Julianne Moore ) ….

(c) Relativity Media

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Selbstzweifel des modernen männlichen Individuums 

„Don Jon“ ist eine moderne Lovestory, die sich nicht in Kitsch und Klischees verliert, sondern stattdessen mutig mit genau diesen spielt und mit Leichtigkeit die Balance zwischen Drama und Komödie schafft. Hier geht es nicht vordergründig um Pornos, nicht vordergründig um Sex, sondern „um die ‚Objektivierung‘ von Liebesbeziehungen und um das kriselnde, männliche Selbstverständnis im perfektionssüchtigen 21. Jahrhundert“, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung so schön und treffend ausdrückte. Und tatsächlich: Auf pointierte und erfrischende Art und Weise stellt „Don Jon“ die Fragen, die sich Liebesbeziehungen der Gegenwart stellen müssen: wie weit ist meine sexuelle Fantasie – dank des Internets vordergründiger denn je – von der Realität entfernt? Wie wichtig ist mir das Umsetzen meiner sexuellen Wünsche? Lebe ich bereits mehr in der digitalen Welt als in der analogen? Was macht einen Mann aus? Eine Frau? Wie wirken die Medien auf uns? Und geben wir uns überhaupt noch mit weniger als dem Perfekten zufrieden?

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RomCom vs. Pornos

Klar, wenn man das Ganze dann noch mit sexy Schauspielern wie Johansson und Gordon-Levitt sowie sexy Erotik-Clips mischt, dann zieht das immer. „Don Jon“ ist aber weit entfernt, oberflächlich zu bleiben und abseits der Sex-Schiene nicht viel zu bieten: Denn die Figur von Johansson, die zwar einmal mehr als die sexy Hilde gecastet wurde, aber vollends überzeugen kann, ist gottseidank alles andere als ein Abklatsch der unendlichen unscheinbaren Girlfriends-Rollen, wie sie Buddy-Comedys uns so gern präsentieren: denn Barbara ist, ähnlich wie Jon, in ihren fixen Vorstellungen, wie der perfekte Partner zu sein hat, gefangen. Eine Beziehung müsse für sie wie in einer ihrer so geliebten Lieblingsfilme und Rom-Coms ablaufen – eine Abweichung wirft sie komplett aus der Bahn. So wird uns also mit der RomCom-Fetischistin und dem Porno-Süchtler eine etwas andere, dafür mehr als erfrischende Variante der Boy-meets-Girl-Story präsentiert. Interessanterweise auch ein vollkommen anderer Blickwinkel als in „500 Days of Summer“, das zwar auch schon gelungen unkonventionell, aber doch noch voller bittersüßer Romantik war. Von Romantik ist in „Don Jon“ nicht mehr viel zu spüren – und wenn doch, dann wird sie in Form von Barbaras Liebesfilmen kritisch beäugt und karikatiert.

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Beeindruckender Cast

„Don Jon“ ist Gordon-Levitts Regiedebüt – und auch für das Drehbuch zeichnet er verantwortlich. Womit er einmal mehr und eindrucksvoller denn je beweist, dass er zu den größten Nachwuchstalenten Hollywoods gehört. Gordon-Levitt ist in allen Genres zuhause und zeigt ein gutes Händchen in seiner Rollenauswahl („Inception“, „The Dark Knight“, „Lincoln“). „Don Jon“ zeigt zudem, dass sich der Schauspieler in den letzten Jahren vom unscheinbaren Burschen zum Muskel-Stud entwickelt hat, der zukünftig wohl mit noch mehr „Hottie“-Rollen rechnen dürfte.

Beeindruckend auch, dass Gordon-Levitt für sein Debüt Schauspieler mit großem Namen und noch größerem Talent gewinnen konnte – was ahnen lässt, welchen Respekt er in der Traumfabrik genießt. Neben Johansson geben sich Tony Danza („Wer ist hier der Boss?“) und die unvergleichliche Julianne Moore die Ehre, denen man die Spielfreude in jeder Minute ansieht. Bei so einem Film aber auch nicht sonderlich schwierig. Bitte mehr davon!

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