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Upfronts, wasn das bidde? Ganz einfach: Upfronts sind jährliche Veranstaltungen (im Regelfall im Mai) der einzelnen großen amerikanischen Fernsehsender (NBC, ABC, FOX, The CW und CBS), im Rahmen dieser sie ihr Programm für die kommende TV-Saison vorstellen. Sprich: Welche Serien (bzw. Formate) werden abgesetzt, welche verlängert, welche geben ihr Debut? Seitdem amerikanische TV-Serien ihren weltweiten Siegeszug angetreten haben, werden die Upfronts (und insbesondere die New York Upfronts, das wichtigste Event) nicht nur von Branchenkennern und Werbeträgern, sondern auch von Fans fieberhaft erwartet. Bidde, bidde, lass unsere Lieblinge auf den TV-Bildschirm zurückkehren!

Schau ma also mal, wie’s dieses Jahr so aussieht.

Was auffällt: Sitcoms sind, das erste Mal seit Jahren, immer mehr am Rückzug. Besonders NBC, in den 80ern und 90ern als „Sitcom-Sender“ bekannt und äußerst erfolgreich („The Crosby Show“, „Seinfeld“, „Friends“, etc.) , hat in diesem Genre in der kommenden Saison beinahe nichts mehr zu bieten. Auch das „HIMYM“-Spin Off „How I Met Your Dad“ wurde von CBS überraschend nicht eingekauft, das Projekt ist also am Ende. Zwischen Produzenten, Autoren und Sender konnte man sich über die Richtung der Serie nicht einigen, heißt es, auch die Pilotfolge konnte nicht überzeugen. Ist vielleicht auch besser so.

Dafür gibt’s ein Wiedersehen mit ein paar (eigentlich sehr vielen) altbekannten TV-Lieblingen. So kehrt Katherine Heigl nach ihrem „Grey’s“-Fiasko das erste Mal wieder auf den TV-Bildschirm zurück, nachdem es mit der Kinokarriere steil bergab ging. In „State of Affairs“ beschützt sie die US-Präsidentin (!), die Serie kommt als Mischung zwischen „The Blacklist“ und „Scandal“ daher. Matthew Perry probiert’s wieder mal in einer Comedy, namentlich „The Odd Couple“ auf CBS, eine Serie über zwei sehr unterschiedliche Junggesellen, die sich eine Wohnung teilen. „The Odd Couple“ ist ein Remake, was meist per Se unter keinem guten Stern steht. Cristin Miloti aus „How I Met Your Mother“ (die Mama) kehrt ebenfalls erneut mit einer Sitcom („A to Z“) zurück und darf diesmal sogar die Hauptrolle spielen (was ich mit großer Skepsis zur Kenntnis nehme). Besonders gespannt darf man auf „Private Pratice/Grey’s Anatomy“-Star Kate Walshs neue Serie „Bad Judge“ sein. War Walsh bisher nur im Genre Drama daheim, muss sie jetzt beweisen, dass sie auch mehr kann – namentlich die Zuseher zum Lachen zu bringen. Die Rolle der sexuell freizügigen und chaotischen Richterin Rebecca scheint Walsh aber auf den Leib geschneidert zu sein. Noch mehr gespannt aber bin ich auf die Comedy „One Big Happy“, nicht nur während der Story (Lesbe und bester Hetero-Freund beschließen, ein Baby zu bekommen), sondern auch wegen ihrer Hauptdarsteller: Elisha Cuthbert („24“-Beauty) und Über-Hottie Nick Zano („What I like about you“). Eine neue Chance bekommt auch Debra Messing, die zuletzt mit der durchaus gelungenen Musical-Serie nicht viel Glück hatte und nun mit der „Crimeserie mit Humor“ „Mysterys of Laura“ neu durchstarten möchte. Die größte Überraschung ist aber wohl „The OC“-Star Ben McKenzie, der in der Batman-Prequel Serie „Gotham“ den jungen Commisioner Gordon gibt. Wie eingefleischte Batman-Jünger auf McKenzie reagieren werden, darf – und muss – mit Spannung beobachtet werden. Kadee Strickland, die mit Abstand Coolste aus „Private Practice“, wird man an der Seite von Schnuckel Ryan Philippe in der Dramaserie „Secret & Lies“ sehen. Milo Ventimiglia („Heroes“) spielt in „The Whispers“ einen Mann, der in NYC erwacht und nicht weiß, wer er ist. Und auch TV-Göttin Felicity Huffman ist endlich wieder zurück: Die Dramaserie „American Crime“ wird im kalifornischen Central Valley spielen, das durch einen von Rassismus angetriebenen Mordfall und den folgenden Prozess schwer erschüttert wird. Aus den Perspektiven aller vom Mord betroffenen Figuren sollen Amerikas verhärtete Ansichten bezüglich Rasse, Klassengesellschaft und Gender-Politik in den Vordergrund gerückt werden. Klingt vielversprechend!

Mit Freude, Entsetzen oder einfach einem amüsierten Lächeln kann man den neuen Donnerstag-Abend auf ABC (der trotz erfolgreicher Serien auf den vierten Platz der US-Sender abgestürzt ist) betrachten: denn der wird komplett von Über-Produzentin Shonda Rhimes bespielt. Das Drama-Fossil „Grey’s Anatomy“ (elfte Season!) startet den Abend um 20 Uhr, danach geht’s mit dem Polit-Hit „Scandal“ und der neuen Rhimes-Serie „How to get away with murder“ (Viola Davis als mysteriöse Uni-Professorin, die gleichzeitig als Strafverteidigerin tätig ist) weiter. Kein Wunder, dass Rhimes intern als „ABC-Chefin“ bezeichnet wird.

Freuen darf sich der auf der ganz junge Zielpublikum (12 – 29 J.) fokussierte Sender The CW: 2012/2013 war für den Sender die erfolgreichste Season ever. Also hält man am Erfolgsrezept fest und verlängert, ganz brav, „The Vampire Diares“, „The Originals“, „Supernatural“ (dessen Spin-Off übrigens doch nicht realisiert wird) und „Arrow“ und holt gleich noch eine neue, sehr ähnlich angelegte Serie ins Boot, nämlich „The Flash“, dem Spin-Off zu „Arrow“. Und mit „Glee“-Star Grant Gustin. Damit schwimmt The CW perfekt im weltweiten Erfolgs-Fahrwasser der Vampire und der Superhelden. Passt schon so.

Dafür wiederum ist ABC der einzige Sender, der keine (!) Serie abgesetzt hat. Auch nicht „Grey’s Anatomy“. Obwohl man da manchmal nicht weiß, ob das wirklich so gut ist.

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