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Das American Film Institute hat die besten Serien 2013 gewählt.

Bevor das neue Jahr mit neuen Serien beginnt, blickte das American Film Institute (kurz und knackig: AFI) nochmal auf das vergangene Jahr zurück und wählte neben den 10 besten Filmen des Jahres auch die 10 besten Serien des Jahres. Was mich persönlich mehr interessiert. Weil Serien halt cooler sind als Filme. Wegen tiefergehender Charakterentwicklung und spannenderen Geschichten und so. Aber das ist hier nicht das Thema.

Die Jury des AFI setzt sich aus Filmwissenschaftlern, Film- und TV-Schaffenden, Kritikern und dem AFI-Kuratorium zusammen. Also aus Leuten, die es wissen müssen. Die Qualität erkennen, wenn sie vor ihnen über den Bildschirm flimmert. Oder auch nicht, weil einige meiner Meinung nach ausgezeichnete Serien wurden eben…naja, nicht ausgezeichnet. Aber sei’s drum, die Wahl der Jury ist schon okay. Und die Wahl erfolgte ja auch nicht irgendwie, sondern nach den Kriterien, wie gut die Serien die Kunst des bewegten Bildes fördern, das kulturelle Erbe der amerikanischen Kunst bereichern, das Publikum und die Künstler zugleich inspirieren und/oder einen bleibenden Eindruck in der amerikanischen Gesellschaft hinterlassen haben. Also ganz schöner Erfolgsdruck, der da auf den Serien-Autoren Staffel für Staffel lastet. Dass so eine Wahl subjektiv ist, liegt in der Natur der Sache. Denn mich als Publikum inspiriert zum Beispiel auch „Glee“, diverse Künstler sowieso, aber die Musicalserie ist nirgends auf der Gewinnerliste zu finden. Okay, ich hätte sie auch nicht gewählt, weil die Glanzzeiten der Musical-Highschool-Dramedy sind halt doch schon vorbei.

Welche Serien hat das AFI also nun zur besten TV-Unterhaltung gekürt? Auffallend ist jedenfalls, dass es, im Gegensatz zum Jahr 2012, auch zwei Serien von großen Network-Sendern auf die Liste geschafft haben – obwohl diese Art von Unterhaltung ja gern (und vollkommen zu Unrecht!) als „zu sehr Mainstream“ und somit „niveaulos“ abgetan wird. „Scandal“ und natürlich „The Good Wife“ dürfen sich freuen. Neben den üblichen Verdächtigen wie „Breaking Bad“ und „Mad Men“ wurden vor allem die Serien berücksichtigt, die von anderen Preisverleihungen gern übersehen werden, weil sie einfach keinen prestigeträchtigen Hintergrund haben. Und ein bisserl Fairness muss ja dann doch sein. Der Streaming-Anbieter Netflix ist natürlich auch auf der AFI-Liste vertreten, er hat schließlich auch schon die Emmys und die Golden Globes heuer ganz schön aufgemischt. Unverständlich allerdings, wieso Miniserien von der AFI-Jury dieses Jahr übergangen wurden.

Also, nun endlich; Welche Serien sind denn nun die Creme de la Creme der seriellen Unterhaltung?

Veep (HBO)

Die Political (Un)Correctness-Dramedy rund um die US-Vizepräsidentin Selina Meyer (genial: Julia Louis-Dreyfus) verdrängte dieses Jahr sogar „Modern Family“, die bis dahin eigentlich einen Fixplatz auf der AFI-Liste hatte.

TV Guide: „Much more conventional than Girls in its savagely profane workplace humor, its bad behavior recalls Curb Your Enthusiasm while the setting is reminiscent of The Larry Sanders Show in its hysterical behind-the-curtain peek at dysfunction and incompetence in high places.“

Orange is the new black (Netflix)

Die Serie rund um einen US-amerikanischen Frauenknast, die mal ohne der genretypischen Gewalt und Dramatik auskommt, dafür mit jeder Menge subtilem Humor, war sogar noch erfolgreicher als die Netflix-Presigeserien „House of Cards“ und „Arrested Development.“

The Washington Post: „In Jenji Kohan’s magnificent and thoroughly engrossing new series, Orange Is the New Black, prison is still the pits. But it is also filled with the entire range of human emotion and stories, all of which are brought vividly to life in a world where a stick of gum could ignite either a romance or a death threat.“

 
Masters of Sex (HBO)

Dass Sex nicht immer nur mit dreckigen Witzen und semi-pornografischen Szenen einhergehen muss, zeigt die neue Serie „Masters of Sex“, Kritikern zufolge die beste neue Serie der Herbstsaison 2013. Thema: Erforschung des menschlichen Sexualverhaltens. In einer Zeit, als man noch nicht über Sex sprach, aber jeder ihn mit Vergnügen fabrizierte (natürlich). „Mad Men“ lässt hier grüßen, auf jede erdenkliche Art und Weise.

HitFix:  „Masters of Sex is the best new show of the fall by a very long stretch. It’s also a refreshing anomaly: a prestige cable drama that doesn’t feel like a recombination of elements from 15 shows that came before it.“

 

Mad Men (AMC)

Keine Kritiker-Preisverleihung ohne das sexy Sittengemälde „Mad Men“. Auch in der sechsten Staffel überzeugt die Serie mit pointierten Dialogen, cleveren Storyplots und überzeugenden Darstelern. Und natürlich mit dem oft erotischen Vergnügen, in die Sixties einzutauchen.

New York Daily News: „While many shows that have reached this point in the road have left their creative peak behind, Mad Men shows no such erosion. It still has things it wants to say and it still has the poetry to say them well.“

 

Scandal (ABC)

Shonda Rhimes ist zwar eher dafür bekannt, beliebte Serienfiguren zu killen, als von Kritikern Awards verliehen zu bekommen. Während ihr Flagschiff „Grey’s Anatomy“ immer mehr herbe Kritik einstecken muss und „Private Practice“ sowieso schon die Praxistüren für immer geschlossen hat, ist ihr mit „Scandal“ (in den USA läuft bereits die dritte Season) erneut ein großer Coup gelungen. Nun mischt also auch Rhimes im beliebten Politik-Genre mit. Mit Erfolg.

AV Club: „But Scandal has quite a bit to say about how people in general operate. By extension, it also has a lot to say about the type of television people respond to in this ever-splintered viewing environment. In a year in which almost all ratings are down, Scandal has gone up. Its insane storytelling really isn’t insane at all. Many want to dub House Of Cards the future of television as a whole. In terms of distribution, this may be true. But by giving audiences what they want, and then giving them so much more than they ever expected, Scandal is the show those looking toward the future of television should be aiming to actually produce, regardless of the medium in which it is viewed.“

 

House of Cards (Netflix)

Kevin Spacey, David Fincher und ein Budget von 100 Millionen US-Dollar für zwei Staffeln waren quasi ein Garant für Erfolg und Qualität. Storytelling, Suspense und Sexyness auf ganz neuem Niveau. Hohem Niveau. Klar.

The Denver Post: „“Deeply cynical about human beings as well as politics and almost gleeful in its portrayal of limitless ambition.“ She added: „House of Cards is a wonderfully sour take on power and corruption.“

 

The Americans (FX)

Dass eine Serie über russische Schläfer-Agenten im Kalten Krieg so interessant und spannend ist, hätte wohl kaum einer erwartet. Newcomer „The Americans“ hat es aber mit der Debütstaffel in die Top 10 der AFI-Liste geschafft. Mit Spannung wird bereits die zweite Staffel erwartet. Und Keri Russell hat auch endlich mal wieder Erfolg.

St. Louis Post-Dispatch: „The Americans isn’t just a heart-pounding action drama; by presenting heroes that are also villains, it also confronts viewers with TV’s deepest moral dilemma since The Sopranos.“

 

The Good Wife (CBS)

Während die meisten Serien von der kreativen Muse verlassen werden, je länger sie andauern, so schafft es „The Good Wife“, sich von Staffel zu Staffel sich selbst zu übertreffen. Die aktuelle fünfte Staffel gilt sogar als eine der besten der gesamten Serie.

Salt Lake Tribune; „It doesn’t get any better than this.“


Game of Thrones (HBO)

Man mag ja von „Game of Thrones“ halten, was man will, aber: Der Serie ist es gelungen, Fantasy-TV in den letztendlich doch so begehrten Mainstream ankommen zu lassen.

Variety: „“there may be no show more profitable to its network than ‚Game of Thrones‘ is to HBO. Fully produced by the pay cabler and already a global phenomenon after only one season, the fantasy skein was a gamble that has paid off handsomely.“

 

Breaking Bad (AMC)

No words.

Just SAY MY NAME.

 

Die AFI-Awards werden am 10. Januar in Los Angeles in einer feierlichen Zeremonie überreicht.

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