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„The Counselor“, der aktuell in unseren Kinos läuft, enttäuscht. Macht nichts, es gibt noch genügend andere Drogenfilme und -serien.

Es hätte so gut werden können. Megastars wie Brad Pitt, Cameron Diaz und Michael Fassbender, Regisseur kein geringerer als Ridley Scott („Gladiator“) und eine eigentlich spannende Story rund um millionenschwere Drogengeschäfte am Grenzland zwischen den USA und Mexiko. Ja, „The Counselor“, der aktuell im Kino läuft, hatte eigentlich alle guten Voraussetzungen, um ein erinnerungswürdiges Kinoereignis werden zu können.

Ja, es hätte so schön sein können.

Die Realität sieht aber, wie so oft, anders aus: Anstatt eine spannende und innovative Thriller-Story präsentiert uns Scott ein langatmiges Drogen-Wirwarr, das mit pseudo-philosophischem Geschwafel die bedrückende Atmosphäre einer nicht greifbaren Angst übermitteln möchte, daran aber kläglich scheitert. Die losen Enden zum Schluss verärgern mehr, als dass sie zum Nachdenken anregen, und überhaupt hat man das Gefühl, dass Scott nicht wirklich wusste, wohin er mit seinem Film möchte.

Schade. Vor allem, weil es in „The Counselor“ um Drogen mit allem Drum und Dran geht, und dieses Thema ist (fast) immer Garant für spannende und unterhaltsame TV- und Kinostunden. Wie folgende (subjektiv ausgewählte!) Beispiele zeigen.

Breaking Bad

Krebskranker Chemielehrer wird zum Drogenhersteller und zum gefürchtesten Mann seiner Stadt. „Breaking Bad“ besticht(e) durch kluge Storylines, hervorragende Schauspieler und den Mut, dramaturgische Grenzen zu überschreiten. Besonders in der ersten Staffel ist die wütende Abrechnung mit dem amerikanischen Gesundheitssystem, aber auch mit der amerikanischen Moralvorstellung nicht zu übersehen. Faszinierend ist auch, wie sich Protagonist Walter White vom Durchschnittsbürger zum Drogenboss ohne Skrupel entwickelt. TV-Unterhaltung auf hohem Niveau – und der Beweis, dass Chemie nicht immer langweilig sein muss. Und vom Serienfinale, puh, davon reden wir gar nicht erst. „Breaking Bad“ ist die Königsdisziplin unter den Drogen-Gschichtln.

Requiem for a dream

In düsteren Farben und mit teils innovativen Techniken wird in dem visuell starken Film der soziale Niedergang vierer Drogensüchtiger erzählt. „Requiem for a dream“ erzeugt mit drastischen visuellen und dramaturgischen Mitteln eine so verstörende Atmosphäre, dass man als Zuschauer sowohl dran bleiben, aber auch weglaufen möchte. Ein filmisches Meisterwerk, das man zugleich verabscheut und liebt.

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Kifferwahn

Ein parodistisches Musical, das sich der Themen Marihuana-Gebrauch und konservative Politik annimmt. So trashig, so billig, so überzeichnet, dass es schon wieder gut ist. Da werden Cannabis-User zu Monstern und mordlüsternen Dominas, gesungen wird herzhaft in schiefen Tonlagen und die Story ist so sinnbefreit, wie sie nur sein kann. Und doch ergibt das Ganze ein rundes Bild. Verrückte Film-Unterhaltung, die das Thema Drogen zur Abwechslung mal nicht so bitterernst nimmt.

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Fear and Loathing in Las Vegas

Wohl der Kultstreifen unter den Drogenfilmen. Johnny Depp als Hunter S. Thompson,  Begründer des Gonzo-Journalismus und, naja, historischer Drogenliebhaber. Das Roadtrip-Movie wird von der überschäumenden Fantasie des Regisseurs Terry Gilliam getragen, was in grotesken, bunten und schrillen Bildern endet. Kann man mögen oder nicht. Über Drogen lernt man hier aber sicher eine ganze Menge.

Trainspotting

Wird auch gerne als „Kult-Drogenfilm“ bezeichnet – und das zu Recht, basiert er doch auf dem gleichnamigen Roman von Irvine Welsh, der als Pflichtlektüre der 1990er-Generation angesehen wird. Film wie Roman zeigen eindrucksvoll ein negativ-satirisches Bild der britischen Gesellschaft in den späten achtziger Jahren und den sozialen (und körperlichen) Verfall einer Drogen-Clique. Die Bilder sind zum Teil derart realistisch, dass man sich zwingen muss, hinzuschauen. Ewan McGregor war selten so gut wie hier.

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Weeds

Eine Hausfrau, die heimlich, aber voller Leidenschaft mit Marihuana dealt, sorgt beinahe zwangsweise für grenzenüberschreitende Plots, die polarisieren und auf so viele Art und Weisen erregen. „Weeds“ (2005-2012) war zwar ein Publikums- und Kritikerliebling, sorgte aber auch zumindest in den USA für reichlich Diskussionen, da die Serie den Drogenkonsum verherrlichen und auch Patchwork-Familien und homosexuelle Pärchen viel zu liberal darstellen würde (tztz, wie kann man auch!). „Weeds“ aber überzeugte vor allem mit einer brillanten Hauptdarstellerin und einer gut ausgewogenen Mischung aus Drama und Comedy.

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