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Was haben tanzende Wassertropfen, atemberaubende Landschaften und zum Träumen anregende Sternkonstellationen gemeinsam? Genau – das Allround-Talent und Nachwuchs-Fotograf Stefan Brenner.

Früher, vor hunderten von Jahren, glaubte man, der Teufel höchstpersönlich säße im kleinen Kasterl einer Fotokamera und raube die Seele der Menschen, sobald man auf den Auflöser drückte. Ein Foto als Seelenraub also.

Nachdem wir mittlerweile rund um die Uhr beschützt beschattet werden, haben wir uns zwangsweise ein anderes Verständnis von Seelenraub angeeignet. Aber irgendwie, irgendwo ist der Gedanke nicht so falsch: mit Fotografien fängt man tatsächlich Seelen ein. Vielleicht raubt man sie nicht, aber man hält sie fest, man verewigt sie – und gibt ihr im besten Sinne sogar ein Gesicht. Auch, wenn es sich um so etwas (scheinbar?) Ungreifbares wie zum Beispiel chemische Zusammensetzungen handelt.

Der Nachwuchs-kurz-vorm-Durchbruch-Fotograf Stefan Brenner hat das verstanden. Er hat es nicht nur verstanden, er setzt diesen Beweis der eben-nicht-so-menschlichen Seele auch um wie nur sehr wenig andere. Brenner fotografiert Wassertropfen und verwandelt diese in grazile Balletttänzerinnen, in herrschaftliche Kronen oder genussvolle Wein-Wasserfälle. Kurz: Brenner sieht Kunstwerke, wo zuvor noch keine da waren. Er sieht sie nicht nur, er erschafft sie.

Natürlich, Stefan Brenner hält nicht nur Wassertropfen bildlich fest. Er verleiht auch Landschaften eine Seele, die er so perfekt, so wunderschön, so harmonisch und so ausdrucksstark einfängt, dass es einem manchmal schwer fällt, seine Fotomotive immer noch dieser Welt zuzuordnen. Und manchmal sind sie auch gar nicht von dieser Welt – nämlich dann, wenn er Sternkonstellationen ablichtet. Und dabei ein Gespür für Ästhetik beweist, das man tatsächlich nicht mehr irdisch nennen kann.

Aber nicht nur das: Brenner nimmt auch einige Strapazen auf sich, um „das perfekte Foto“ zu bekommen. Ob das stundenlange Wanderungen im Nirgendwo sind oder das Entwickeln einer „mikrocontroller-gesteuerten Wassertropfenmaschine mit Magnetventilen und eine eigene Software namens Droplet“. Das passiert halt dann so im Vorbeigehen.

Auch, wenn Brenner eigentlich alles fotografieren kann: seine „Liquid Art“-Serie sticht doch heraus. Das hat auch die strenge Elite erkannt und Brenners Serie 2012 mit dem dritten Platz im International Photography Award (ipa) ausgezeichnet. Die Begründung der Jury liest sich genauso euphorisch wie einleuchtend. Und mehr gibt es hier auch gar nicht mehr hinzuzufügen.

„An der Schnittstelle zwischen Technik und Kunst finden sich die Liquid Art Fotografien Stefan Brenners. Der Künstler schafft in einem physikalischen Spiel mit Schwerkraft, Kohäsion und Viskosität Skulpturen des Augenblicks, welche er mittels Kamera dem menschlichen Auge zugänglich macht. Die Faszination, die diese Skulpturen umgibt, liegt in der Sichtbarmachung des Unsichtbaren. Ein Grundmotiv in vielen Arbeiten des Fotografen. Es findet sich in seinen Liquid Art, sowie in seinen Natur und Astrofotografien. Der ästhetische Kern seines Schaffens bildet hierbei der Versuch eines unverhüllten Blicks auf die Schönheit der Natur: Eine Schönheit, die in der Stille des Momentes und seiner Vergänglichkeit vergraben liegt.“ (Verfasst von A. Fischer)

 

Name: Stefan Brenner

Alter: 30 Jahre

Fotograf bin ich seit: … mir mein Vater seine Kamera in die Hand gegeben hat und ich das erste Mal auf den Auslöser drücken durfte. Seit damals begleitet mich diese Leidenschaft in meinem Leben. Seit 1.1.2013 habe ich auch ein angemeldetes Gewerbe als Pressefotograf und Fotodesigner.

Wie geht es Dir= 
Im Moment habe ich viele Projekte gleichzeitig am Laufen. Dadurch bin ich sehr viel mit organisatorischen Dingen und Marketing beschäftigt und komme kaum noch zum Fotografieren selbst.

Das fotografiere ich am liebsten:

1) Wassertropfen (Liquid Art): jede Aufnahme ist ein absolutes Unikat.
Begonnen hat alles im Herbst 2011, als ich das erste Mal einen Artikel über High-Speed-Fotografie in Kombination mit Wasser gelesen hatte. Ich war sofort begeistert von diesem Thema. Für meine ersten Versuche, Wassertropfen zu fotografieren, benutzte ich eine einfache Spritze und ein Wasserbecken. Die Kamera löste ich manuell mittels Fernauslöser aus. Um die Trefferquote zu erhöhen entwickelte ich eine mikrokontroller-gesteuerte Wassertropfenmaschine mit Magnetventilen und eine eigene Software namens Droplet zur Steuerung. Dieses Programm habe ich der Community als Open Source frei zur Verfügung gestellt. Dieses Setup ermöglichte es mir, mich nicht mehr auf die Technik und Auslösung konzentrieren zu müssen, sondern mich voll und ganz dem Experimentieren mit verschiedenen Flüssigkeiten und Auslösezeiten der Ventile zu widmen. Diese beiden Parameter sind entscheidend für die unterschiedlichsten Formen der Tropfen.

2) Landschaften: Neben der künstlerischen Fotografie ist es vor allem die Landschafts- und Reisefotografie, auf die ich mich in meinen Werken konzentriere. Mit großer Leidenschaft bereiste ich bereits viele Länder dieser Erde und hielt deren landschaftlichen Schönheiten in meinen Bildern fest. Im Sommer 2012 reiste ich mehrere Wochen durch Island und konzentrierte mich dabei auf die einzigartige noch unberührte Natur dieser sehr jungen Insel. Die gesammelten Eindrücke habe ich in einem umfangreichen Fotobuch (Titel: Icelandscapes) festgehalten.

3) Deep-Sky-Objekte: in der Astrofotografie finde ich absolute Entspannung. Nächtelang stehe ich völlig alleine in finsterster Nacht unter dem traumhaften Sternenhimmel und betrachte die faszinierenden Schönheiten unseres Universums. Extrem lange Belichtungszeiten und viele Einzelbilder sind notwendig, um die lichtschwachen Objekte in meinen Bildern sichtbar zu machen.

Meine Vorbilder: 
Landschafts- und Reisefotografen, die es geschafft haben, von der Fotografie zu leben.

Mein Lieblings-Foto, das ich selbst gemacht habe
Ein Bild des Horseshoe-Bend in Arizona (USA). Auf einer Reise durch den Westen der USA gemeinsam mit meinem Schwager kamen wir auch ‚zufällig‘ zu diesem hufeisenförmigen Mäander des Colorado River. Wir fuhren beinahe daran vorbei. Nur ein kleines Schild wies uns auf diese Sehenswürdigkeit in der Nähe von Page hin. Nach einem anstrengenden Fußweg standen wir plötzlich vor dieser unfassbaren Schönheit der Natur.

Fotografie bedeutet für mich …. : Die Möglichkeit, einen vergänglichen Augenblick für immer festzuhalten und mit anderen Personen zu teilen.

Hast Du an Deiner Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Deine Arbeit zu Deiner Karriere geführt?

Ich bin gerade dabei, meine große Leidenschaft zu meinem Beruf zu machen und damit genügend Geld für meinen Lebensunterhalt und meine Reisen zu verdienen.

Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg – was ärgert Dich mehr und warum?
Der eigene ungerechtfertigte Misserfolg. Ungerechtfertigte Erfolge sind in den meisten Fällen ohnehin nur von kurzer Dauer, wohingegen der ungerechtfertigte Misserfolg recht schnell dazu führen kann, dass man die Motivation und den Glauben an Gerechtigkeit verliert.

Was macht Dich trauriger – unerfüllte Träume, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?
Unerfüllte Träume sind der Ursprung meiner Motivation und somit kein Grund zur Traurigkeit.

Das ist neu und gut: Meine Kamera.

Das ist neu und schlecht: Totale Vernetzung und Überwachung sowie ständige Erreichbarkeit. Am meisten genieße ich es, an den abgeschiedensten Plätzen dieser Erde absolute Stille und Ruhe zu erleben und von der Hektik im Alltag in der Großstadt zu entfliehen.

Das letzte Mal habe ich gelacht, als…: Kann ich nicht genau sagen. Ich lache jeden ganzen Tag sehr viel.

Das letzte Mal habe ich geweint, als …: 
…ich das Ergebnis der letzten Nationalratswahl gesehen habe.

Lebenslanger aufregender, absolut geiler Sex, dafür Führerschein aufgeben. Oder Führerschein behalten inklusive tolles Auto – was würdest Du wählen? Oder gibt es einen fairen Deal?
Ich besitze kein Auto und benötige auch keines 😉

Wie leicht fällt es Dir, mit einer attraktiven Frau zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr im Bett wäre?
Kommt sehr stark auf das Gespraechsthema an …

Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?
Ich denke, dass beides notwendig ist um weiterzukommen.

Besitzt der Mensch einen freien Willen? Gibt es Deiner Meinung nach einen Beweis dafür?
Falls der Mensch keinen freien Willen hätte, wie könnte man dann Kriminelle für deren Verhalten verurteilen?! Daher weigere ich mich zu glauben, dass der Mensch keinen freien Willen besitzt.

Das gibt es beruflich Neues bei mir:

1) Mein Fotobuch Icelandscapes ist vor kurzem erschienen. Icelandscapes ist ein Fotoprojekt über die wunderbare Natur und die atemberaubenden Landschaften Islands. Diese habe ich auf einer aufregenden Reise quer durch diese magische Insel festgehalten. Die gesammelten Eindrücke habe ich in einem 160-seitigen Fotobuch verarbeitet und dieses nun im Selbstverlag veröffentlicht. (Nähere Information finden sich unter www.stefanbrenner.com/icelandscapesthebook)

2) Ich werde vom 22. November bis zum 5. Dezember auf dem Adventmarkt vor der Karlskirche in Wien mit einem eigenen Stand stehen und meine Werke zum Kauf anbieten. Unter anderem wird es auch mein Buch Icelandscapes und vieles mehr zum ansehen und kaufen geben.

www.stefanbrenner.com
http://plus.google.com/+StefanBrennerPhotography
http://www.facebook.com/stefanbrennerphotography

 

StefanBrenner_0001 Yellow Crown Sunset in North Iceland The Golden Hour Endless Autumn at the Cemetery NGC7635 Bubble Nebula Horseshoe Bend

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