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CBS plant eine Neuauflage des Hexen-Hits „Charmed“. Fans und Original-Cast sind nicht begeistert. Ich auch nicht.

Charmed_Season_1_Promo-2Manchmal weiß man erst, was man hat, wenn man es nicht mehr hat: Während der achtjährigen Laufzeit der Mystery-Fantasy-Comedy-Drama-Hitserie „Charmed“ wurden Kritiker nicht müde zu betonen, wie un-perfekt die Story rund um die drei Hexenschwestern Piper, Phoebe und Prue (bzw. Paige) nicht war, welche Fehler die Drehbuchautoren nicht machten, wie klischeehaft die Figuren nicht waren, wie schwach die Dialoge, wie oberflächlich der Plot, wie unglaubwürdig die Twists. Sogar der Haussender The WB (der jetzt The CW heißt) hatte scheinbar seinen Spaß daran, seine (zumindest anfangs) quotenstarke Serie zu vernachlässigen: Promotion war Mangelware, dafür hagelte es jede Menge Sendeplatz-Verschiebungen und Verlängerung in der allerletzten Sekunde. Und trotzdem: „Charmed“ lief ganze acht Jahre lang (1998-2006), überlebte zahlreiche Quotentiefs und sogar den Wechsel eine der Hauptdarstellerinnen. „Charmed“ schaffte es, eine loyale Fanbase weltweit aufzubauen, die gnädig über diverse Plot-Logiklöcher und zahlreiche erschreckend schwache Episoden hinwegsahen, weil die Figuren derart liebevoll und authentisch gezeichnet war, die Chemie zwischen den Hauptdarstellerinnen derart passte, dass man einfach wissen wollte, wie es mit Phoebe, Piper, Prue und Paige weiterging. „Charmed“ war eine Familienserie erster Güte, die genau jene familiären Werte in den Mittelpunkt stellte, die so viele Serien vermissen lassen. So entstand ein starkes emotionales Band zwischen Figuren und Fans. Vor allem aber ebnete „Charmed“ den Weg für viele TV-Hexen, die seitdem unseren Bildschirm unsicher mach(t)en, wie American Horror Story: Coven, The Circle, The Originals, Witches of East End, etc.

„Charmed“-Remake: lame lame lamertons

Der Sender CBS, der sich die Rechte an der Serie kurz nach der letzten Episode 2006 sicherte, hat das Vermächtnis, die Legende von „Charmed“ nun scheinbar erkannt und arbeitet aktuell, wie vor kurzem offiziell wurde, an einem Reboot der Serie. Heißt: eine Neuauflage von „Charmed“, mit neuen Darstellern, neuen Plots, aber doch im selben Universum angesiedelt, vielleicht sogar mit dem einen oder anderen Charakter der Ursprungsserie. Re-Runs von „Charmed“ erreichen weiterhin ein großes Publikum, eine neue Generation entdeckt momentan die Serie. Also, wieso nicht daraus Geld machen und eine neue Serie aus dem Boden stampfen?!

Nur: so ganz freudig wurde die Meldung eines (möglichen!) Charmed-Reboots nicht aufgenommen. Fans protestieren, sie wollen die Serie so in Erinnerung halten, wie sie war, und wollen vor allem nicht mit neuen Figuren und Darstellerinnen abgespeist werden. Selbst die „Charmed“-Stars Alyssa Milano und Rose McGowan reagierten auf die News via Twitter mehr als verhalten: „Es ist viel zu früh“, zwitscherte Milano beinahe verletzt. „Es fühlt sich an, als ob ‚Charmed‘ erst gestern geendet hätte.“ McGowan war da weniger einfühlsam: „Hollywood scheint die Ideen auszugehen. Lame lame lame lamertons.“ Ja, so kann man es auch ausdrücken.

Sieben Jahre sind keine Ewigkeit

Auch ich selbst, bis heute stolzer „Charmed“-Anhänger, stehe einem Remake skeptisch gegenüber – und schlage in dieselbe Kerbe wie Milano, McGowan und der Rest der „Charmed“-Fans around the world: Ja, es ist noch viel zu früh für ein Remake. Wir sprechen hier nicht von „Charlie’s Angels“ oder „Bewitched“. Oder auch „90210“. Das Serienfinale von „Charmed“ ist gerade mal sieben Jahre her, in TV-Jahren ist das ein Fingerschnipp. Wir alle erinnern uns noch lebhaft an die lustigen, dramatischen, verrückten, bunten und immer stylischen Abenteuer der Hexenschwestern, wieso uns also neue Storys auf‘s Aug drücken? Vor allem die letzten drei Staffeln wirken auch aus heutiger Sicht immer noch sehr modern, sodass der Notwendigkeit eines Remakes noch fragwürdiger als ohnehin schon an die Oberfläche drängt. Wieso also mit aller Kraft ein Universum in den Jungbrunnen werfen, das auch heute noch frisch und munter ist?

Zudem sehen die Darstellerinnen so aus, als seien sie seit dem Finale keinen Tag gealtert. Wie also würde dieses Remake aussehen? Mit den Kindern von Phoebe, Piper und Paige, also der Next Generation? Viel zu sehr in der Zukunft – vor allem, wenn man thematisch an das Serienfinale (das einen Blick in die Zukunft wagte) anschließen möchte. Eine Mystery-Serie, die in der Zukunft spielt? An sich kein Problem – aber nicht, wenn die Ursprungsserie erst sieben Jahre her ist und man – und das sollte man, um den Erfolg der Serie zu sichern – Darsteller aus dem Original-Cast ins Boot holen möchte. Das wird nicht so ganz funktionieren (auch deshalb nicht, weil zumindest Milano und Combs an andere Serienprojekte gebunden sind).

The WB_James White

„Charmed“-Movie: „The Power of Four“

Ich habe „Charmed“ geliebt. Ich bin mit „Charmed“ aufgewachsen. Ich habe von „Charmed“ gelernt. Und deshalb, liebe Leute bei CBS: Bitte zerstört die „Charmed“-Legende nicht mit einem erzwungenen Reboot, das per se nicht an die Kreativität der Ursprungsserie herankommt. Und bitte, lernt doch von den Fehlern eurer Konkurrenz: Weder das Remake von „90210“ hat funktioniert (als ebenfalls glühender „90210“-Anhänger kann ich diesen seriellen Fehlschritt nur sehr schwer verzeihen), noch jene von „Melrose Place“ und „Charlie’s Angels“  – letztgenannte Serien kamen nicht mal über eine Staffel hinaus und trotzten von Oberflächlichkeit und verzweifelten Versuchen, die Atmosphäre der jeweiligen Mutter-Serie einzufangen.

Aber: ich kann verstehen, dass man „Charmed“ wieder aufleben lassen möchte. Absolut, ist schließlich ein Juwel der TV-Unterhaltung. Deshalb: Wieso kein „Charmed“-Movie wagen?! Ein Quotenhoch wäre garantiert, man muss ich nur im Internet umhören: von Fans schon seit dem Serienfinale gefordert, ist seit der Remake-News die Debatte wieder stark entflammt. Und nicht nur das: Sowohl Alyssa Milano als auch Shannen Doherty (!), eigentlich Erzfeindinnen aus Leidenschaft, haben sich öffentlich via Twitter (natürlich!) für ein „Charmed“-Movie ausgesprochen (siehe Bild). So – why waiting?!

Und was gäbe es für tolle Storymöglichkeiten für ein „Charmed“-Movie: Endlich wäre eine Reunion aller vier Schwestern realisierbar – ein Traum vieler, nein ALLER „Charmed“-Fans. Prue und Paige Seite an Seite, Piper plötzlich nicht mehr die älteste Schwester, alte Konkurrenzkämpfe zwischen Phoebe und Prue flammen wieder auf – what a story! Dass Prue eigentlich tot ist, ist ja im „Charmed“-Universum bekanntlich kein Hindernis. Man bräuchte natürlich eine richtig große Bedrohung, sodass die Schwestern auch einen guten Grund haben, Prue um Hilfe zu bitten. Aber da findet man schon was, „Charmed“ ist da ja ganz kreativ (und bei Gegnern auch nicht ganz so wählerisch).
Und wenn man gegen eine neue Generation von Wannabe-„Charmed“-Hexen ankämpft, die als billiges Remake der Original-Schwestern daherkommen. Das wäre ja was. Die Fans wären sicherlich voller Emotionen dabei, um zu sehen, wie das Original über die Kopie siegt.

Sowohl Alyssa Milano, als auch Shannen Doherty bekundeten öffentliches Interesse an einem „Charmed“-Movie.

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