Schlagwörter

, , , , , ,

Am 9.10. ist die US-amerikanische TV-Welt wieder um einiges gruseliger geworden: da startete nämlich auf FX die dritte Staffel der Horror-Kultserie „American Horror Story“. Genau, das ist jene Serie, die subtilen Horror vom Feinsten bietet und jede Staffel eine vollkommen neue Story mit neuen Charakteren, aber alten Gesichtern erzählt. Das ist am Anfang etwas verwirrend, aber man gewöhnt sich dran. Was soll’s, wir haben schließlich auch das „LOST“-Finale überstanden (by the way: waren die nun alle tot?! Oder wie?!).

Zugegeben, ich habe den Staffelauftakt nicht gesehen – lieber warte ich, bis die gesamte Season gelaufen ist, um sie mir dann am Stück zu geben („binge viewing“ wird dies neuerdings genannt. Yeah, jetzt fühl ich mich nicht mehr ganz so faul, wenn ich mir den ganzen Tag Serien reinziehe. Ist schließlich ein USA-Trend!). Denn „American Horror Story“ entfaltet seine düstere Atmosphäre, seinen Horror, seine Eleganz, seinen Mut, seine Genialität in Sachen Storytelling und character development erst dann am besten, wenn man nicht eine Woche auf die nächste Episode warten muss.

Wie dem auch sei: das Warten wird mir schwer fallen. Weil es bekanntermaßen in der dritten Staffel mit dem Untertitel „Coven“ um einen Hexenzirkel geht. Und Hexen sind, bitteschön, nach Vampiren die zweit coolsten Figuren aus der Grusel-Mythologie. Das weiß ich spätestens seit „Charmed“. Hihi. Auch wenn die nicht so auf Grusel waren. Sondern eher eine so faszinierende Mischung aus …. Aber egal, ich schweife ab.

Die Handlung von „Coven“ hört sich vielversprechend an: Die Season erzählt die geheime Geschichte der Hexen und der Hexenkunst in Amerika. Über 300 Jahre sind seit den dramatischen Tagen der Hexenprozesse von Salem vergangen und jenen, die entkommen konnten, droht nun die Auslöschung. Mysteriöse Angriffe auf die Hexen nehmen zu und die Jüngsten von ihnen werden in eine spezielle Schule nach New Orleans geschickt, um zu lernen, sich zu schützen. Ein Neuzugang ist Zoe (Taissa Farmiga), die ihr eigenes schreckliches Geheimnis mitbringt. Alarmiert durch die aktuelle Gewalt, kehrt Fiona (Jessica Lange), die Oberste, nach New Orleans zurück. Sie ist wild entschlossen, ihre Leute zu schützen und jeden zu beseitigen, der sich ihr in den Weg stellt. Und das ist dann doch der eine oder andere …

Wer „AHS“ die letzten beiden Jahre verfolgt hat, weiß: mit den sexy, aber am Ende des Tages aber doch süßen, farbenfrohen und harmlosen „Charmed“-Mädels werden die „AHS“-Hexen nicht viel gemein haben. Mich würde es nicht überraschen, wenn hier im Rahmen von Hexenritualen Tiere in Großaufnahme geweidet werden (oder vielleicht sogar Menschen, Ryan Murphy nimmt es da ja nie so genau), Augäpfel verspeist oder statt einer Stoff-Vodoo-Puppe gleich ein lebendiger Mensch genommen wird. Hexen sind ja kreativ, Ryan Murphy und Brad Falchuk auch. Diese Paarung verspricht also einiges.

Hexen sind aber vor allem vielseitig und vielschichtig: Sexyness, Hass und Gewalt gehören genauso zu ihrem Repertoire wie Humor, Edelmut und der Sinn für Ausgefallenes. Da verwundern die News also nicht, dass die dritte Season von „AHS“ zwar gewohnt erschreckend-gruselig, gleichzeitig aber überraschend humorvoll und glamourös daherkommt. Das haben Murphy und Falchuk selbst bestätigt. Eine kluge Entscheidung, die dem Hexen-Thema in all seiner Vielschichtigkeit gerecht werden will. Murphy selbst wird bei dieser Staffel wohl seinen bisher größten Spaß haben – schließlich liebt er starke und außergewöhnliche Frauenfiguren (man denke auch an „Glee“!). Und mit Hexen kann er sich da ordentlich austoben.

Und natürlich, all der politische Stoff wie Frauenunterdrückung und Feminismus gehen mit dem Hexen-Thema so gut wie immer Hand in Hand. Und weil „AHS“ sowieso auf Gruselgeschichten, die ihren Kern in der wahren Welt haben, steht, kann man mit ziemlich hoher Sicherheit davon ausgehen, dass die Hexenverfolgung mit Genuss ausgeschlachtet (wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes) und in die heutige Zeit verlegt wird. „When witches don’t fight, they burn“, warnt Fiona zum Beispiel in einem der zahlreichen Trailer. Und schon darf man nach Herzenslust analysieren und philosophieren, wie sehr dieses Zitat auch auf die Gegenwart zutrifft. Ach, wie schön! Zeitsprünge sind außerdem ein wichtiger Bestandteil von „AHS: Coven“.

Hervorragend wie immer natürlich auch der Cast: Jessica Lange ist wie bereits in den Jahren zuvor der Dreh- und Angelpunkt der Story. Und das zurecht, die Schauspiel- Grand Dame scheint sich in Murphys „AHS“-Welt so wohl wie schon lange nicht mehr zu fühlen und spielt sich Staffel für Staffel die Seele aus dem Leib. Persönlich gespannt bin ich auf Oscarpreisträgerin und Vollblutschauspielerin Kathy Bates, die ja bereits in „Misery“ eindrucksvoll zeigte, das ihr Figuren, die jenseits jeglicher psychosozialer und emotionaler Normen leben (sagen wir’s mal so) am besten stehen. Sie wird eine Gegenspielerin von Lange geben. Nämlich eine Serienmörderin. „Mysery“-Wiederbelebung?! Man darf gespannt sein.

Na gut, muss ich eben noch bissl warten. Ich mache es gern, wenn mich am Ende ein Seriengenuss erster Güte erwartet. Und dass das der Fall sein wird, versprechen bereits seit Monaten die zahlreichen Promos, die Murphy nur stückchenweise veröffentlichte und so die Spannung bis ins Unermessliche steigen ließ. Zudem sind die Promo-Poster von solch einer makaberen Eleganz, dass man fast dazu neigen möchte, die Promo-Masche spannender als die Serie selbst zu finden. Aber eben nur fast.

(c) 2013 FOX AHS_c_2013 FOX AHS2_c_2013 FOX AHS3_c_2013 FOX AHS4_c_2013 FOX AHS5_c_2013 FOX american-horror-story-poster-new

Advertisements