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Was nicht so alles homophob sein kann auf dieser Welt.

Jetzt sind es sogar schon Nudeln (lustig, dass gerade Nudeln … ähm … egal).

Sorf of.

Phobie gegen Männer, die gern Nudeln im Mund haben

Guido Barilla, Vorstandsvorsitzender des berühmten italienischen Nudelherstellers, hat nun klargestellt, dass er auf manche Kunden gern verzichten kann. Spezifisch: auf Schwule. Dass Männer, die Männer lieben, gern Nudeln im Mund haben, das sieht er gar nicht gern, der Gute. „Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen“, so Barilla (der Konzern ist übrigens seit Beginn an in ein Familienkonzern) in einem italienischen TV-Interview. „Man kann ja nicht jedem gefallen, bloß um niemandem zu missfallen“, erklärte der 55-Jährige weiter. Sein Konzern habe „eine etwas andere Kultur“ und unterstütze die „heilige Familie“, die „einer der zentralen Werte“ des Unternehmens sei.

Nee, ist klar. Schwule, die gern Teigwaren essen, das geht gar nicht. Die Welt hat schon genug Probleme. Da brauchen wir sowas Perverses nicht auch noch.

Von Spaghetti zu Adoption

Wenn wir gleich dabei sind, Spaghetti-essen und LGBT-Rechte liegen ja nah beieinander: Gegen das Adoptionsrecht ist der Erzkonservative  Traditionsbewusste auch noch. Weil schließlich könne sich das Kind ja nicht aussuchen, wo es da reinwächst. Er selbst sei Vater. Er wisse das.

Ähm, ja.

Aber wieder: Alles klar, Herr Barilla! Alle anderen Kinder können sich per Briefwahl vor der Geburt schließlich auch aussuchen, in welche Family sie reingeboren werden. Also, bitte: gleiches Recht für alle!

Shitstorm

Obwohl Italien Berlusconi und Barilla hat, ist das Volk selbst anscheinend nicht auf den Kopf gefallen. Denn das empörte sich sogleich nach dem TV-Interview, ein wahrer Shitstorm im Internet brach los. Diverse Blogger (jaja … diese Leute sind halt g’scheit …) forderten sofort zum Boykott von Barilla auf. Sie veröffentlichten etwa Bilder von Barilla-Verpackungen im Mülleimern. Die Aktivisten wollen auch andere Produkte der Barilla-Gruppe boykottieren. Dazu gehört auch die in Deutschland sehr populäre Knäckebrot-Marke „Wasa“.

Da bekam’s Barilla dann wohl mit der Angst zu tun und zog ganz schnell wieder seine Nudel ein: Kurz nach dem öffentlichen Aufschrei entschuldigte er sich für seine saudummern unglücklich gewählten Worte. „Es tut mir Leid, wenn meine Worte Kontroversen ausgelöst haben oder missverstanden wurden“, so Barilla. „Ich wollte nur die zentrale Rolle der Frau innerhalb der Familie herausstellen“. Er habe schließlich großen Respekt für Homosexuelle – und für die Meinungsfreiheit, wie er auch gleich hintennach schickte (was auf zweierlei Arten verstanden werden kann). Und homosexuelle Eheschließungen befürworte er natürlich auch.

Nee, is klar.

Da ist wohl einer in der Nudelsupp’n daher g’schwommen. Soll sein.

Der Gute kann sich seine Nudeln sonst wo hinstecken. In den …

Nein, jetzt ist’s aber wirklich aus.

 

 

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