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Viele Blogger versuchen, literarische Ergüsse auf höchstem Niveau zu liefern. Den wenigsten gelingt es. Paul Fehm allerdings schon. Er ist der „König“ der aufstrebenden Literatur-Blogger. Zumindest so in etwa. 

Das ist Paul Fehm. „Ich habe eine Phobie gegen Fotos“, sagt er. Also gibt’s ein kreatives Kunstportrait. Passt eh viel besser. Auch Fehm selbst ist sowas wie ein Kunstwerk.

Paul Fehm ist Künstler durch und durch. Auf seinem Blog mit dem schlichten Titel „Paul Fehm“ (wie sonst?!) wimmeln sich Gedichte, Tagträumerein, Impressionen, Literaturorgien und auch ein bisserl Kritik an der Welt, in der wir nun mal leben müssen. Hier tobt sich ein Künstler auf, dessen Gedanken wohl schneller durch seinen Kopf purzeln, als er sie aussprechen kann.

Künstler zu beschreiben ist aber schwierig. Also sollen sie es am besten selbst tun – weshalb ich die Vorstellung von Paul Fehm Paul Fehm selbst überlasse:

„Ich studiere seit ein paar Jahren, mal dies, mal das, in Heidelberg (davor Berlin). Ich arbeite in verschiedenen Küchen, um meine kleine Wohnung am Waldrand zu finanzieren und in Ruhe schreiben zu können. Das funktioniert auch meistens.

Dass ich jetzt einen Blog habe, ist nicht meine Schuld, sondern die von ein paar Freunden, die unbedingt was mit meinen Texten machen wollten. Sie nennen sich »Es lebe der König«. Ich finde das ganz gut, verstehe aber ihren Enthusiasmus nicht. Ich gehe lieber angeln, als mich um sowas zu kümmern.“

Alles klar. König wider Willen sozusagen. Wir haben halt alle unseren Rucksack zu tragen.

Name: Paul Fehm.

Alter: »wie ein Vers im Psalter.«

Künstler bin ich seit: etwa 29 Jahren (das ist ein angeborener Defekt).

Wie geht es Dir: Es läuft …

Meine Texte würde ich beschreiben als …: Unendlich, unerschöpflich.

Meine Vorbilder: Al Bundy, Georges Bataille, Diogenes, Penthesilea.

Kunst bedeutet für mich …: Alles. Nichts, was fern von ihr Bedeutung hätte.

Hast Du an Deiner Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Deine Arbeit zu Deiner Karriere geführt?  Das mit der Arbeit und dem Gezielten ist nicht so mein Ding, es tut sich einfach immer wieder eine Tür auf, wenn ich irgendwo gegen falle …

Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg – was ärgert Dich mehr und warum?
Das Leben ist zu lang, um nebeneinander her zu rennen und zu schauen, wer den längsten Atem hat. Mich ärgert es mehr, wenn einer den Regen schlecht redet.

Was macht Dich trauriger – unerfüllte Träume, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind? Das Träumen selbst. Ich wünschte, man könnte nicht wünschen. Man könnte sich wieder ins Animalische einnisten.

Das ist neu und gut: Das Sous-vide-Garen. Gut für Fleisch und Gaumen.

Das ist neu und schlecht: Gestern war mehr Sonne.

Das letzte Mal habe ich gelacht, als …: …mir jemand ernsthaft erklärte, ich müsse mein Leben ändern.

Das letzte Mal habe ich geweint, als …: …meine Pflanzen zwanglos tanzten aus der Zeit und der Rauch silbern wie eine Kinderlachen von der Decke fiel. Das war gestern.

Wie leicht fällt es Dir, mit einem attraktiven Mann/Frau zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihm/ihr im Bett wäre?
Daher führe ich die besten Gespräche im Bett. Alles andere ist Gewäsch.

Lebenslanger aufregender, absolut geiler Sex , dafür Führerschein aufgeben. Oder Führerschein behalten inklusive tolles Auto – was würdest Du wählen? Oder gibt es einen fairen Deal?
Ich bin gegen Deals. Ich will immer alles.

Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?
Vielleicht ist es eher so, dass wir von der Wahrheit fortlaufen: durch Denken und Tun. Vielleicht ist auch das Schreiben nur ein Aufschub, ein Umweg.

Besitzt der Mensch einen freien Willen? Gibt es Deiner Meinung nach einen Beweis dafür?
Jeder der schreibt, hat das bereits als Aberglaube abgelegt. Wenn es den freien Willen gäbe, würde niemals ein Text entstehen. Das wäre eine furchtbare sterile Welt ohne Überraschungen.

Das gibt es beruflich Neues bei mir: Meine Jungs und Mädels von »Es lebe der König« sind unermüdlich dabei, mit meinen Texten zu spielen. Das ist noch so einiges zu erwarten 😉 Ansonsten schreibe ich und schreibe. Das ist mein Beruf, die vocatio, deren Ruf ich folge.

http://paulfehm.wordpress.com/

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