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Es war unsicher, nun ist’s aber fix: „Glee“ geht nach dem tragischen Tod von „Finn Hudson“-Darsteller Cory Monteith wie geplant in die fünfte Runde. Das bestätigte nun Serien-Vater Ryan Murphy. Und ausschlaggebend war – Lea Michele, Monteiths Girlfriend!

Das offizielle Statement von Ryan Murphy:

„Ultimately the person who made the decision was Lea, who felt that the best thing for the cast and crew was to be together and to get back to work and be together every day and talk about our memories of him. So we decided to do that with Lea’s blessing and we’re going to go back to work and have grief counselors on the set for two weeks because people are really hurting.“

Ich persönlich finde Micheles Entscheidung sehr mutig, sehr professionell und sehr, sehr erwachsen. Sie ist eine gefragte Schauspielerin und Gesicht einer der erfolgreichsten TV-Serien der letzten Jahre, sie weiß, dass von ihrer Entscheidung tausende von Jobs abhängen. Dass mit ihr die gesamte „Glee“-Maschinerie steigt und fällt. Denn, jetzt mal ganz ehrlich: So toll Chris Colfer, Darren Criss, Naya Rivera oder (damals) Dianna Agron auch waren – Michele’s „Rachel Berry“ trägt die Serie, sie ist die Verbindung zwischen der bunten Musical-Welt und dem Publikum.

Das weiß auch Ryan Murphy, denn sein offizielles Statement geht noch weiter. Und hier stellt er ganz klar fest: Hätte Lea Michele „Glee“ einen Korb gegeben, wär’s das gewesen mit dem Musical-Hit.

„If Lea had said to me, ‚I could never do this again and I don’t want to do this again,‘ you know, she is sort of the show, so what do you do? And I would’ve, out of respect to her as a person, said ‚OK,‘ but that’s not how Lea operates; that’s not how she feels. She’s handled this with so much humanity and grace and she’s also handled this in a way where she’s trying to look out for 500 other people affected by him and who have mortgages to pay and families to feed … I’ve never met any 26-year-old person stronger than Lea. She’s really been the leader in this situation.“

Nothing but respect for Lea Michele. Seriously.

Lea Michele, we heart you

Deshalb finde ich es auch scheiße (wow – meine beste journalistische Analyse ever!), dass Michele nun öffentlich dafür angekreidet wird, die Organisation von Monteiths Begräbnis in die Hand genommen zu haben. „Sie entreißt Monteiths Familie das komplette Begräbnis“ wird geätzt. Nur, jeder der Michele etwas kennt, weiß: sie ist ein Macher. Eine Do-It-Person. Und jeder trauert anders. Für Michele ist es anscheinend der einzig erträgliche Weg, mit dem Tod  ihres (angeblich) Verlobten umzugehen, indem sie sich in die Arbeit stürzt und alles tut, um Monteith den gebührenden Abschied zu ermöglichen. Nothing wrong with that, people!

Zudem gab es nun auch ein weiteres offizielles Statement von Lea Micheles Pressesprechern – und hier scheint es überhaupt nicht so, als ob zwischen Michele und Monteiths Familie der Haussegen schief hängen würde:

„Lea is deeply grateful for all the love and support she’s received from family, friends, and fans. Since Cory’s passing, Lea has been grieving alongside his family and making appropriate arrangements with them.
They are supporting each other as they endure this profound loss together. We continue to ask the media to respect the privacy of Lea and Cory’s family.“

Tribute to Cory

Und weil wir schon bei all den offiziellen „Glee“-Statements sind: Murphy hat nun auch erste Einsichten gegeben, wie die ersten Episoden der fünften Staffel aussehen werden. Neben einer „Beatles Tribute“-Folge wird es auch eine „Cory Monteith-Tribute“-Episode geben – womit Murphy (zur Abwechslung) den Fans genau das gibt, was sie lautstark in diversen sozialen Netzwerken fordern.

„We had two episodes that we finished writing in May that were our Beatles tributes that we’ve been working on for four years, so those were already done. With some slight modifications, we decided, ‚OK, let’s shoot these. Let’s get people back and then let’s take the time to write and deal with a tribute to Cory,‘ which I guess we’re going to do for episode three and then after that episode airs, we’re going to go off the air for awhile and take a little hiatus and figure out what is the future of the show … we want people to feel that we have, not only a memorial for Cory, but a memorial for Finn.“

Hört sich sehr professionell an – und, so hart und abgebrüht dies klingen mag, es wird „Glee“ seit Jahren einen neuen Quoten-Rekord bescheren. Diese werden bald danach leider wieder einbrechen. „Ohne Finn ist Glee nicht mehr dasselbe“ wird man an allen Ecken zu hören bekommen. Nur, Leute: Das alles war nicht geplant! Schauspieler und Crew (allen voran die AutorInnen) tun alles, um diese unvorhersehbare Tragödie so gut als möglich in die „Glee“-Welt einzuarbeiten. Und, leider wieder sehr abgebrüht: „Glee“ hat nun, nachdem der Staus Quo (schließlich waren die beiden Hauptprotagonisten Rachel und Finn als „end game“ geplant) heftig durchgerüttelt wurde, die Chance, nochmals (fast) komplett neu zu beginnen.

Beim Gedanken an die Monteith-Tribute-Folge bekomme ich Gänsehaut. Weil hier wie nie zuvor die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmt. Wie Finn aus der Serie ausscheiden wird, ist noch nicht bekannt. Aber: Wenn Rachel unter Tränen zusammenbrechen wird und auch der Rest der „Glee“-Kids vor Schreck und Trauer erstarrt, dann ist das nicht gespielt. Dann durchleben Lea Michele und ihre KollegInnen nochmals den Schmerz, den sie Monate zuvor bereits durchgemacht haben. Der emotionale Ballast während dieser Drehtage ist unvorstellbar.

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