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Mit Christina Aguilera ist es solch eine Sache. Vom „Time Magazine“ wurde sie heuer zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt. Und das hat nichts mit ihrer US-Erfolgsshow „The Voice“ zu tun. Aguilera hat mit ihrer einzigartigen Stimme Generationen von NachwuchssängerInnen beeinnflusst, jeder will klingen wie die Aguilera. Es gibt kein Genre, das sie nicht beherrscht, auch wenn ihr Jazz und Blues eindeutig am besten steht (auch wenn das von der Sängerin sträflich vernachlässigt wird). Jeder weiß um ihr Talent. Und auch die Songs sind ja nicht schlecht, vielleicht nicht jedermanns Sache, aber heben sich eindeutig von der oft einheitlichen Pop-Masse ab. Von ihr stammen einige der größten Hits der Nullerjahre („Beautiful“, „Hurt“, „Fighter“, „Dirrty“).

Aber trotzdem klappt es nicht so ganz mit der Karriere, zumindest nicht in den letzten Jahren. Zu sehr möchte die 32-Jährige mit jungen Hüpfern wie Rihanna oder Katy Perry mithalten, zu sehr lässt sie sich ins Dance-Fach drängen, zu sehr quetscht sie sich in zu enge Outfits, zu sehr stellt sie ihr Diva-Image in den Vordergrund und lässt ihr wahnsinnig großes Talent vergessen.

Weil’s mit den eigenen Platten zuletzt nicht ganz so hinhaute („Lotus“ floppte brutal, wenn auch zu Unrecht), hat die Aguilera einen neuen Clou entdeckt: sich einfach einen Duett-Partner suchen. Und, schwupps, erobert sie wieder die Charts: „Move like Jagger“ mit Maroon 5 war einer der größten Hits von 2011, „Feel the Moment“ mit Pitbull wurde erneut ein internationaler Gassenhauer (oder eher Club-Hauer) und schaffte in den USA Platin-Status.

Jetzt ist’s wieder so weit: Aguilera hat sich den spanischen Superstar Alejandro Fernández geschnappt und mit ihm die Latino-Kitsch-Ballade „Hoy Tengo Ganas de Ti“ aufgenommen. Und, trotz allem Herzschmerz: ein wunderschöner Song, der die Gefühle transportiert wie schon lange kein Gesangsduett mehr und mit zwei unverwechselbaren Powerstimmen punkten kann. Aguilera und Fernandez harmonieren wunderbar, ihre Stimmen umschmeicheln sich und ergänzen sich wie ein (dramatisches) Liebespaar. Endlich stellt Aguilera wieder ihre Stimme in den Vordergrund, entdeckt ihre spanischen Wurzeln wieder neu und beweist, dass sie nachwievor die Balladen-Queen unserer Generation ist.

Und das dazugehörige Video? Ebenso Kitsch, aber wunderschön. Und die Sängerin präsentiert ihre neu erschlankte Bikinifigur! Einfach anschauen!

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