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Steve Grand ist ein begnadeter Songwriter und derzeit angesagt wie sonst keiner seiner Kollegen – obwohl er nicht mal einen Plattenvertrag hat.

Denn mit der Ballade „All American Boy“, die über eine unerfüllte Liebe zu einem Jungen geht, und das dazugehörige (kitschig-romantische) Musikvideo stürmt er derzeit YouTube. Der Clip wurde bereits rund 1.500.000 mal angeklickt, Tendenz steigend. Sogar die „Huffington Post“ und die „Daily Mail“ widmen Grand einen ausführlichen Artikel.

Denn Grand ist mehr als bloß ein weiterer YouTuber mit einer romantischen Ader. Grand ist der erste Country-Sänger, der sich offiziell geoutet hat. Ein mutiger Schritt, ist das Country-Genre doch geprägt von konservativen Fans und einem traditionellen Familienbild.
Wie Grand und seine Ballade (im Video küsst er einen anderen Jungen) im Country-Gefilde aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Hier ist man v. a. an Männer wie Blake Shelton oder Braid Paisley gewöhnt, die zwar alle durchaus romantisch, aber doch durch und durch (heteronormativ) männlich sind – und das auch gerne betonen. Und: Die Karriere der Dixie Chics hat sich bis heute nicht erholt, als sie 2003 öffentlich den damaligen US-Präsidenten George W. Bush kritisierten.

Dabei wäre es mehr als schade, Grand links liegen zu lassen. Der Sänger hat sowohl optisch als auch musikalisch einiges auf den Kasten. „All American Boy“, trotz allem eine klassische Country-Ballade, geht sofort ins Ohr, Grands Stimme klingt schmeichelnd und fordernd zugleich.Und der Sänger glaubt an das, was er macht: das Musikvideo zur Ballade hat er aus eigener Tasche bezahlt und dafür sein Bankkonto leer geräumt.

Zudem, so Grand selbst, sei er nach seinem Outing so zufrieden und glücklich wie nie zuvor. Deshalb, liebe Country-Fans: Gebt ihm eine Chance. Schwule Cowboys haben einiges drauf. Das wissen wir spätestens seit „Brokeback Mountain“.

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