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„This is the (new) shit“ widmet sich dieses Mal der talentierten Fotografin Miriam Höhne, die mit ihren Werken die Welt so darstellen möchte, wie sie ist. Lieblingsmotive hat sie keine. Schließlich ist die Welt spannend. Und Miriam Höhne will daran teilhaben.

Fotografin Miriam Höhne (c) Greg Gorman

Fotografin Miriam Höhne (c) Greg Gorman

Es gibt Menschen, die gehen durch die Welt und  sehen Formen, Farben und Strukturen an jeder Ecke. Sehen die Welt als Kunstwerk an, das es zu entdecken gilt. Wenn diese Menschen dann ihre Entdeckungen auch noch in Form ihrer eigenen Kunstwerke festhalten, dann nennt man sie Künstler.

Miriam Höhne ist solch ein Mensch. Die gebürtige Oberösterreicherin studierte Publizistik, begann ihre Karriere als Journalistin, bevor sie als Grafikerin bei bekannten Magazinen große Erfolge feierte. Aber vorgefertige Strukturen sind für die sensible Katzenliebhaberin (Höhne besitzt selbst zwei) nichts, unterdrückte Kreativität schon gar nicht. Also machte sich Höhne 2010 selbstständig, gründete mit ihrem Lebenspartner die Werbeagentur intensified perceptions, die vom Layout über Online-Konzepte, Bildbearbeitung und Fotografie alles anbietet. Apropos Fotografie: Seit der Selbstständigkeit forciert Höhne ihre Liebe zur Fotografie, möchte sich als Fotografin einen Namen machen – und ist auf dem besten Weg dazu. Die Aufträge für Magazine und Projekte verschiedenster Art häufen sich. Geschätzt wird bei Höhne nicht nur ihr Talent, sondern ihr Einfühlungsvermögen, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre Verlässlichkeit.

Name: Miriam Evita Höhne.

Alter: 32

Fotografin bin ich seit: So genau kann ich das gar nicht sagen. Ich arbeite seit mehr als zehn Jahren als Grafikerin und ich habe mich als Fotografin parallel dazu entwickelt.  In der Grafik hängt alles mit dem Sehen und mit der Wahrnehmung zusammen. Ziel ist, Informationen möglichst einfach, rasch und verständlich zu vermitteln. In der Fotografie hängt auch alles damit zusammen. Beide Bereiche greifen ineinander und ich beschäftige mich mit beiden gerne. Ich habe erst bei großen Verlagen gearbeitet und dann bei einer kleinen Corporate Publishing Agentur. Dort habe ich angefangen, für Magazine, die ich gestaltet habe, Fotos beizusteuern. Vor ein paar Jahren habe ich mich als Werbeagentur selbständig gemacht. Für mich ist das ideal, weil sich beide Bereiche gut miteinander verbinden lassen.

Wie geht es Dir: Gut. Danke! 🙂 Ich kann mich nicht beschweren.

Das fotografiere ich am liebsten: Ich fotografiere sehr viel und sehr gerne. Ich mag es, mit meinen Fotos Geschichten zu erzählen – zu Sachthemen oder zu Personen. Mir gefallen Fotos, die nicht zu gekünstelt wirken, sondern aus der Situation heraus entstehen. Ich will zeigen, wie etwas ist und nicht wie es sein könnte. Bei mir passiert sehr viel spontan und aus dem Moment heraus. Wenn ich zu viel plane, besteht die Gefahr, dass ich versuche, mich zu sehr an meinen Plan zu halten. Das begrenzt. Was passieren kann ist, dass man andere gute Fotosituationen deswegen übersieht.
Aber natürlich hat die Fotografie als rein künstlerisches, künstliches Medium absolute Berechtigung, wo bis ins Detail geplant und inszeniert wird. Es ist eine Frage der Kontrolle. Kontrolle der Kamera (die immer wichtig ist), die Kontrolle des Lichts, der Menschen oder der Dinge, die fotografiert werden, die Kontrolle über alles und jeden.  Ich sehe solche Bilder gerne, sie gefallen mir, aber es ist nicht mein Ding.

Meine Vorbilder: Generell Fotografen, die Bilder schaffen, die mein Auge zum Verweilen einladen. Spontan fällt mir Ansel Adams ein, amerikanischer Fotograf, der großartige schwarz-weiß Landschaftsaufnahmen fotografiert hat; im Porträtbereich Imogen Cunningham und Greg Gorman, ebenfalls aus den USA. Fotografen, die es schaffen, Persönlichkeiten spontan und recht ungekünstelt in Szene zu Setzen. Ein Bild, eine Geschichte und fertig.  

Mein Lieblings-Selbstporträt: …hat Greg Gorman von mir gemacht. Im Rahmen eines Fotografie-Workshops war er in Wien und ich habe für das österreichische Magazin NAME IT (das es leider nicht mehr gibt) daran teilgenommen und ein Interview geführt. Er hat unzählige Hollywoodstars von den Siebziger Jahren bis heute porträtiert, aber auch Werbekampagnen namhafter Firmen fotografiert. Als das Gespräch beendet war, habe ich ihm meine Kamera in die Hand gedrückt… 🙂  

Fotografie bedeutet für mich …. :  Freiheit, Geschichten zu entdecken und zu erzählen. Und sie festzuhalten. 

Hast Du an Deiner Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Deine Arbeit zu Deiner Karriere geführt?
Ich denke, dass beides wichtig war. Gerade am Anfang ist es hilfreich, gezielt auf  was hinzuarbeiten. Sich Ziele stecken und zu verfolgen, Dinge, die man beginnt, auch zu Ende zu bringen. Dabei und von den Fehlern, die man dabei macht, lernt man viel.
Journalismus und Medien haben mich schon immer interessiert und ich wollte in diesem riesigen Bereich arbeiten, auch deswegen, weil es ein sich rasch veränderndes Feld ist, das kaum langweilig wird. Und ich habe Verschiedenes ausprobiert, unterschiedliche Facetten kennengelernt, ob als Journalistin, als Grafikerin oder eben als Fotografin. Für mich war immens wichtig, in einem Bereich zu arbeiten, der mich ein Leben lang fesseln kann und nicht nach zwei oder fünf oder zehn Jahren langweilig wird. Man darf nicht vergessen, dass sich Karrieren und Ziele ändern. Sich zu verändern, andere Ziele zu haben, etwas anderes zu arbeiten verändert die Perspektive, es verändert einen selbst, die Sicht auf die Welt. Ein Mensch bleibt nicht sein Leben lang gleich, warum sollte er ein Leben lang dasselbe arbeiten.

Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg – was ärgert Dich mehr und warum?Ungerechtfertigter Erfolg eines Konkurrenten ärgert mich nicht. Nur weil ICH denke, einem Menschen steht Erfolg nicht zu, bedeutet das nicht, dass andere das genauso sehen. Es bedeutet nicht, dass ich mit meiner Meinung recht habe. Erfolg und Misserfolg sind subjektive Bewertungen. Ich urteile ungern über die Arbeit von anderen, wenn mir etwas nicht so gut gefällt, gebe ich mich damit zufrieden, dass die Person schon ihre Gründe gehabt haben mag, persönliche Gründe, Gründe vom Auftraggeber usw. Und im Gegenzug ist das genauso. Nur weil ANDERE  mir ungerechtfertigten Misserfolg zuteil werden lassen, muss ich das nicht genauso sehen. Wenn ich von meiner Arbeit überzeugt bin, dann ist mir egal, was andere darüber denken.

Was macht Dich trauriger – unerfüllte Träume, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?
Unerfüllte Träume, wenn man weiß, dass sie sich nicht erfüllen. Und ich freue mich über Träume, die sich vor langer Zeit erfüllt haben und trauere ihnen nicht nach.

Das ist neu und gut: Das neue David Bowie Album 🙂

Das ist neu und schlecht:  Überwachungsstaat (auch wenn der vielleicht nicht neu ist)

Das letzte Mal habe ich gelacht, als…: beim Beantworten der Fragen 🙂

Das letzte Mal habe ich geweint, als …:  Keine Ahnung.

Wie leicht fällt es Dir, mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihm im Bett wäre?
Sehr leicht.

Lebenslanger aufregender, absolut geiler Sex , dafür Führerschein aufgeben. Oder Führerschein behalten inklusive tolles Auto – was würdest Du wählen? Oder gibt es einen fairen Deal?
Ich verzichte auf Führerschein und Auto.

Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?
Durch Nachforschen. Aber ohne nachzudenken beginnt man wahrscheinlich nicht mit dem Nachforschen. Um eine Wahrheit zu finden, braucht es beides.

Besitzt der Mensch einen freien Willen? Gibt es Deiner Meinung nach einen Beweis dafür?
Ich glaube es, aber ich habe keinen Beweis. Die Welt schaut leider nicht danach aus.

Das gibt es beruflich Neues bei mir: Da ich sehr viele abwechslungsreiche Projekte habe, ist das Neue die einzige Konstante 🙂


www.intensifiedperceptions.com
www.picomos.com

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