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Der Ex-Skiclown hat die achte Staffel der ORF-Show „Dancing Stars“ für sich entschieden. Weil Tanzen eben nicht alles ist. 

Gestern Nachmittag. Meine Schwester: „Heute gewinnt bestimmt der Lukas bei Dancing Stars.“ Sicher, der Lukas ist ein sympathischer und fescher Kerl, wahrscheinlich gefällt er ihr sogar ein bisserl. Verdient hätte er ihn sich, den Sieg, irgendwie. Aber nein, schüttele ich den Kopf, der Lukas gewinnt sicher nicht. Der wird Dritter, meinte ich, die Marjan Zweite und der Schönfelder Erster. Weil das immer so ist bei „Dancing Stars“: Sportler und Volksmusikanten sind beliebt.

Lukas Perman wird Dritter

Und ich hatte Recht. Lukas Perman musste sich gestern beim Finale der achten Staffel von „Dancing Stars“ mit dem dritten Platz begnügen, obwohl er von der Jury auf den zweiten Platz gewählt wurde, ein bisserl nur hinter seiner Verlobten Marjan Shaki. Eine Überraschung war’s deshalb nicht, weil Lukas von Anfang an den Erwartungen nicht ganz gerecht wurde. Als Favorit wurde er gar schon vor Beginn der Staffel gehandelt, schließlich komme er vom Musical, da müsse man doch Tanztalent haben, und der perfekte Schwiegersohn ist der Oberösterreicher schließlich auch. Aber obwohl er durchaus Tanzqualitäten zeigte, kam Lukas nie so ganz aus sich raus, wirkte bis zuletzt etwas steif. Also musste er gestern auch als Erster das Feld räumen. Das Publikum honoriert schüchterne Kandidaten nicht mit dem Sieg. Zudem hatte Perman das Pech, Bundesheer-Barbie Kathrin Menzinger als Profi-Tänzerin an seiner Seite zu haben. Der ging es jeden Freitag nur darum, sich selbst anstatt ihren Schützling ins Rampenlicht zu rücken. Ein bisserl Tussi-haft und aufgesetzt wirkt die Gute obendrein.

Shaki vs. Schönfelder

Also war’ am Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Musicalstar Marjan Shaki und Ex-Skirennläufer Rainer Schönfelder. Wobei, so ein Kopf-an-Kopf-Duell war’s ja dann eigentlich auch nicht, wenn man ehrlich ist. Denn obwohl Shaki und Tanzpartner Willi Gabalier den ersten Teil des Abends mit einer perfekten Tanzchoreographie dominierten (der Ballroom hat noch nie so eine mitreißende Performance gesehen wie die Discofox-Michael Jackson-Choreo der beiden!) und Shaki von den Wettbüros als Siegerin gehandelt wurde, zog sie gegenüber Publikumsliebling Schönfelder den Kürzeren. Der setzte beim Showtanz, gemeinsam mit Partnerin Manuela Stöckl, ebenfalls auf den King of Pop, und zwar auf ein Medley aus „Billy Jean“, „Earthsong“ und „Smooth Criminal“. Das fetzte natürlich mehr als die etwas unglückliche Auswahl von Shaki und Gablier, ihren entscheidenden finalen Tanz unter das etwas langweilige Motto „1001 Nacht“ zu stellen. Wenn man aber die MJ-Performances der beiden Stars vergleicht, dürfte klar sein, wer der beiden den Sieg wirklich verdient hätte.

Der mit dem Schmäh tanzt

Aber ums Tanzen geht’s bei „Dancing Stars“ bekanntlich ja nicht. Schönfelder, der Skiclown, setzte auch auf der Tanzfläche von Beginn an auf Schmäh und Hetz – etwas, das den Österreichern taugt und was sie honorieren. Zudem ist Schönfelder Sportler, noch dazu in der heimischen Königs-Sparte Skifahren – dagegen kommt eine junge, nicht ganz so berühmte und noch dazu deutsche (!!!) Musical-Darstellerin halt nicht an. Da kann man noch so gut tanzen können. Wie sagte meine Schwester so schön: „Für einen Skifahrer kann der Schönfelder aber echt gut tanzen.“ Über einen Musicalstar sagt das keiner so schnell.

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