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Am 13. Mai endete in den USA die achte Staffel der Hit-Sitcom „How I met your mother“ mit einer respektablen Quote von 8,57 Millionen Zusehern. Wer der Serie brav auf ProSieben folgt und allergisch gegen Spoiler ist – bitte nicht weiterlesen! Alle anderen: bitteschön!

„Listening to your boring stories…“

Das Schöne an „HIMYM“ ist die Kontinuität. Jedes noch so kleine, vor wenigen Folgen oder Jahren erwähnte Ereignis wird irgendwann wieder aufgegriffen, es wird mit zeitlichen Erzählebenen gespielt und den Figuren, die keine Episode lang einem Stillstand der charakterlichen Weiterentwicklung zum Opfer fallen, beim Erwachsen-Werden (realistisch wie selten in einer TV-Serie zuvor!) gefolgt. Also haben es die Staffelfinalen von „HIMYM“ so an sich, dass viele lose Storyfäden zu Ende gebracht werden, ein weiterer großer Schritt in die Zukunft gemacht wird und erneut neue Fragen aufgeworfen werden. Da machte auch „Something New“ vergangenen Montag (fast) keine Ausnahme.

„It is legen – wait for it – married!“

Zugegeben, angefangen hat alles etwas lahm. Marschall’s Mum hält – nicht überraschend – sehr wenig von den Plänen ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter Lily, ein Jahr nach Italien auszuwandern. Also besucht Marschall sie, um sie vom Gegenteil zu überzeugen – was wiederum Lily nicht gerade begeistert aufnimmt. So weit, so unaufregend. Ted entdeckt wiedermal seine Liebe zu Robin und weiß nicht so recht, wie er damit umgehen soll. Been there, done that. Barney und Robin untermauern einmal mehr, wie perfekt sie zusammen passen, indem sie das Liebesglück eines anderen Pärchens mit viel Schadensfreude (vermeintlich) zerstören – wobei man als Zuschauer überrascht bemerkt, wie sehr Robin sich im Laufe der Jahre zu einem „weiblichen Barney“ entwickelt hat („It is legen – wait for it – married!“). Witzig, süß, aber eigentlich nicht sonderlich relevant.

„This is face-to-face news!“

Je weiter die Episode voranschreitet, desto mehr verdichten sich die Handlungsbögen. Ted kümmert sich endlich wieder um sein vergessen geglaubtes Haus, nur um sich danach zu entscheiden, nach Chigaco zu ziehen. Lily untermauert einmal mehr ihre tiefe Freundschaft zu Ted und ist drauf und dran, einen neuen (wenn auch kurzen) Lebensabschnitt in Italien zu beginnen – nichts ahnend, dass Marschall ein Job als Richter, für den er sich viele Monate zuvor beworben hatte, angeboten wurde, welchen er auch annimmt. Die wunderbare Alyson Hannigan übrigens dominiert diese Folge und darf endlich wieder mal zeigen, was schauspielerisch in ihr steckt. Zudem ist der Marschall-Lily-Plot der Höhepunkt der Folge (naja, fast…). Denn der aufkeimende Zwist wird auf die Frage, welche Karriere wichtiger ist, hinauslaufen, und es wird interessant sein zu sehen, wie sich die durchgehend harmonische Ehe von Liy und Marschall entwickelt, wenn sie auch mal in stürmischen Gewässern ankommt.

Und Barney & Robin? Die freuen sich auf ihre Hochzeit – so scheint es zumindest. Denn unter all dem Spaß, den sie miteinander haben, scheint doch immer wieder ein kurzer und versteckter Funken des Zweifels aufzukeimen – ein Funken, der bekanntermaßen kurz vor der Trauung zu einem gewaltigen Blitz wird. Dass Robin einfach so ihren Verlobungsring für einen kindischen Streit aufgibt, gibt zu denken. Ist das der Grund, wieso sie in der gar nicht so fernen Zukunft keinen Ehering trägt („Bad Crazy“) – oder steckt da gar etwas viel Dramatischeres dahinter? Ist es tatsächlich ein böses Omen, kurz vor der eigenen Hochzeit das Liebesglück fremder Menschen zerstören zu wollen? Und welche Rolle wird das nervige Pärchen aus dem Restaurant in Zukunft noch spielen? Spannend. Und unterhaltsam.

„Robin Scherbatsky,I love you so damn much!“

So unwichtig die Barney-Robin-Szenen zuerst erscheinen mögen, so wichtig sind sie doch im Gesamtbild. Robin scheint, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt, tatsächlich Teds Traumfrau zu sein. Und auch Robin weiß im Inneren, dass Ted die vernünftigere Wahl als Ehemann wäre, wie man am Ende der vorangegangen Episode „Something Old“ sehen konnte. Aber Barney scheint tatsächlich ihr Seelenverwandter zu sein (und, so nebenbei, sind die beiden eines der coolsten, unkonventionellsten und erfrischendsten Pärchen in der TV-Geschichte). Was hat es also wirklich zu bedeuten, wenn Robin kurz vor der Trauung Ted noch einmal sehen möchte?

„One ticket to Farhampton, please.“

Dass Ted und Robin aber nochmals ein Paar werden, geschweige denn, dass Robin „die Mutter“ ist, ist auszuschließen. Während am Ende der Episode alle fünf Charaktere einer ungewissen Zukunft – sogar möglicherweise ohne der Gang – entgegenblicken, wird uns Zusehern mehr Gewissheit gewährt. Denn „Something Old“ endet nicht, wie erwartet, mit der Hochzeit von Robin und Barney, sondern mit der echten „Mutter“, die man zum ersten Mal zu Gesicht bekommt.  Und sie darf sogar einen Satz sagen. „One ticket to Farhampton, please.“ Farhampton – dort, wo die Hochzeit stattfindet. Na bumm.

Future Ted hat also nicht gelogen, als er sagte, im Frühjahr 2013 würden bloß lose Enden aufgenommen werden (womit „HIMYM“ wieder einmal hervorragend auf einer Metabene funktioniert). Wann sie tatsächlich verknotet werden, darüber schwieg er sich aus. Warten wir also. Das Interesse für Staffel 9, die offiziell letzte Staffel, dürfte somit erhalten bleiben.

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