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Das war es also gestern, das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2013 in Malmö. Eröffnet von Österreich, Natalia Kelly, weil man ja – nachvollziehbar – eine große Show mit einem starken Act eröffnen möchte. Nur ganz so stark war unser kulleräugiger Export dann doch nicht. Ein ESC-Experte, der hier namenlos bleiben soll, hat es ziemlich gut auf den Punkt gebracht: „Ohne Show keine Punkte.“  Weshalb wir auch nicht ins Finale gewählt worden sind.

Klar, Natalia ist noch jung, auch sympathisch, man gönnt ihr eine erfolgreiche Karriere. Die Stimme hat sie auf jeden Fall dazu, auch wenn Nadine Beiler, Österreichs ESC-Vertreterin 2011, doch noch in einer anderen Liga spielt. Aber, das weiß man auch: Nur mit Stimme kann man beim ESC, der gewaltige Bühnenauftritte liebt, im wahrsten Sinne des Wortes nicht punkten. Die Bühnenshow war lahm, die Kulisse gewöhnungsbedürftig (Kommentator Andi Knoll: „Sind das Tränen? Eiszapfen? Zäpfchen?“), die Choreographie auch nicht berauschend. Und, das war wohl das größte Manko: der Song „Shine“ war nicht einprägend genug, trotz perfekter Live-Performance. Es stimmt, er hat internationalen Flair, besonders der Refrain geht ins Ohr. Aber leider auch erst nach mehrmaligem Hören und nicht nach drei Minuten Bühnenpräsenz – worauf es beim ESC aber ankommt. Apropos Präsenz: daran muss Natalia noch arbeiten. Nicht, dass sie auf der Bühne verloren wirkt, aber einnehmen tut sie sie auch nicht.

Die Einschätzung von ESC-Experte Ralf Strobl („Österreich schickt großartige SängerInnen zum ESC, aber leider mit schwachen Produktionen“) hat sich gestern Abend mehr als bestätigt. Besonders, da dieses Jahr viele Länder auf die Teilnahme verzichteten und die Konkurrenz nicht so groß wie sonst war, tut ein Scheitern im Halbfinale schon etwas weh. Aber, bei aller Kritik: den Einzug ins Finale hätte Natalia schon verdient gehabt. Aber der ESC ist halt unberechenbar.

Oder?

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